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Blog

Besonderheiten aus München und Oberbayern

Seit 31 Jahren lebe ich nun schon in und um München und Oberbayern...



Vorwort zu meinem Blog-Bereich „Brauchtum, Feste, Märkte und Besonderheiten in München und Bayern“

Seit 31 Jahren lebe ich nun schon in und um München und Oberbayern – ursprünglich komme ich aus dem Frankenland – und kann immer noch nicht sagen, dass ich München und das, was sich darin und darum so alles tut, wie meine Westentasche kenne. Zum einen verschlägt es mich immer wieder in neue Münchner Stadtteile, Orte in Oberbayern oder auch im Frankenland, an denen ich noch nicht war, weil sie vorher irgendwie nicht in mein Bewusstsein gerückt sind. Zum anderen gab und gibt es in München und ganz Bayern Bräuche, Feste, Märkte und Besonderheiten, und diese sind entweder

  • uralt und waren schon immer da,
  • uralt, wurden aber erst in unserer Zeit wieder neu zum Leben erweckt oder
  • Im Lauf der Jahre und Jahrzehnte neu und auf sehr originelle Weise dazugekommen.
Von solchen „Phänomenen“ im weitesten Sinn möchte ich in diesem Bereich erzählen und würde mich freuen, wenn auch Ihr dazu etwas zu erzählen hättet.


29.05.2020 - Mein Wiedersehen mit dem Nymphenburger Schlosspark
Nach dem Corona-Lockdown hat die bayerische Staatsregierung seit Anfang Mai begonnen, die Ausgangsbeschränkungen zu lockern und - unter strengen Hygienevorschriften und Auflagen – den Betrieb von Gaststätten und Hotels, aber auch von Museen und Galerien nach und nach wieder zu ermöglichen. Für mich war dies nach acht Wochen, die sich für mich wie sicher auch für unzählige andere Mitbürgerinnen und Mitbürger angefühlt haben wie ein Lebendig-Begraben-Sein in einer leeren, stillen, nahezu reglosen Geisterstadt, wie eine Rückkehr ins tätige, aktive Leben. Um diese Rückkehr zu feiern, habe ich nach dem ersten Mai nach und nach die Stätten aufgesucht, die zu meinen Münchner Lieblingsorten zählen; und hierzu gehört für mich ohne Frage der Nymphenburger Schlosspark.


Mein Wiedersehen mit dem Nymphenburger Schlosspark

 

Nach dem Corona-Lockdown hat die bayerische Staatsregierung seit Anfang Mai begonnen, die Ausgangsbeschränkungen zu lockern und - unter strengen Hygienevorschriften und Auflagen – den Betrieb von Gaststätten und Hotels, aber auch von Museen und Galerien nach und nach wieder zu ermöglichen.

Für mich war dies nach acht Wochen, die sich für mich wie sicher auch für unzählige andere Mitbürgerinnen und Mitbürger angefühlt haben wie ein Lebendig-Begraben-Sein in einer leeren, stillen, nahezu reglosen Geisterstadt, wie eine Rückkehr ins tätige, aktive Leben.

Um diese Rückkehr zu feiern, habe ich nach dem ersten Mai nach und nach die Stätten aufgesucht, die zu meinen Münchner Lieblingsorten zählen; und hierzu gehört für mich ohne Frage der Nymphenburger Schlosspark.

Was soll ich sagen? Gerade jetzt, da nach den ergiebigen Regenfällen der letzten beiden Wochen alle Bäume blühen und in grünem, saftigem Laub stehen, gibt es kaum eine größere Wohltat für die Seele als einen Spaziergang am Schlosskanal oder an einem seiner kleinen stillen Seitenarme entlang.

Wenn man die Front von Schloss Nymphenburg durchschreitet und seinen Spaziergang im Uhrzeigersinn beginnt, sprich, links am Hauptkanal und an der zentralen Sichtachse vorbei, stößt man als erstes auf den wild und üppig grünenden Prinzengarten und einen Pavillon aus dem Jahr 1799, der im Volksmund als „Hexenhäuschen“ bekannt ist

Dieser Name kommt nicht von ungefähr, denn das ganze Gebäude wird von einer riesigen, hochgewölbten Kuppel überragt, deren Dimensionen in einem krassen Missverhältnis zu der kleinen Hütte steht, auf der sie ruht. Doch da die Kuppel aus demselben Holz besteht wie die Wände des Pavillons und überdies sehr leicht, ja geradezu luftig konstruiert ist, trägt der Unterbau sie ebenso sicher wie mühelos.

Auch sind auf die Außenwände täuschend echt aussehende Ziegel aufgemalt, obwohl das Gebäude bei näherer Betrachtung und Berührung ausschließlich aus Holz besteht. Und alle Türen und Fensterläden dieser kleinen Hütte sind so fest verschlossen, als hause dort drinnen wirklich eine Hexe, die sich vor unliebsamen Besuchern versteckt hält.

Nur wenige Schritte vom Prinzengarten samt Hexenhäuschen entfernt liegt die Amalienburg, das erste und dem Alter nach jüngste der drei kleinen Lustschlösschen im Nymphenburger Schlosspark und ohne Übertreibung ein kleines Juwel aus der Blütezeit des Rokoko. Es wurde von Kurfürst Karl Albrecht als Geschenk für seine Gemahlin Maria Amalia in Auftrag gegeben und von keinem Geringeren als François Cuvilliés erbaut, der auch das nach ihm benannte Theater in der Münchner Residenz erschuf.

Auf einer kleinen Lichtung hält sich dieses Kleinod tief im Wald versteckt. Unendlich fein und zierlich herausgearbeitet sind die Stuckornamente über den Portalen und Fensterstöcken, und seine Vorderfront sprengt ebenso alle Formgrenzen wie die Rückseite. Ein kreisrunder schmiedeeiserner Balkon, auf dem einst der Kurfürst und seine Gemahlin Hof hielten und sich vor ihren Gästen zeigten, krönt dieses luftig-leichte Gebilde.

Viele Besucher konnten sie dort nicht empfangen, denn sowohl die Amalienburg als auch die Lichtung, die sie umgibt, ist relativ klein; aber für ein kleines Kammerkonzert, evtl. ein Trio oder Quartett, und eine Handvoll illustrer privater Gäste reichte sie gewiss aus. Mit ihrem fein ziselierten Stuck und ihrem rosa- und cremefarbenen Anstrich erinnert mich die Amalienburg an einen Tafelaufsatz der Königlichen Porzellanmanufaktur Meißen aus dem 18. Jahrhundert, der Blütezeit des Rokoko und des kostbaren Porzellans schlechthin.

Noch ein kleines, aber nicht unwesentliches Detail ist mir aufgefallen: Die Köpfe der Büsten zwischen den Fenstern schauen ausnahmsweise einmal nicht ernst oder gar streng drein, wie es sonst für Marmorstatuen üblich ist. Sie alle lächeln oder lachen! Dies lässt darauf schließen, dass die Amalienburg zu ihren Glanzzeiten – sprich, kurz nach ihrer Vollendung – wohl tatsächlich als ein Ort der Lust und Freude am Leben erdacht war…