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~ Auszug aus meinen Blogs ~




22.01.2021 - Kayama / Amaté Adéa / Hymn
“Kayama Diá! Kayama Dié! Kayama Dia a Dié!" Wie ein einziger leuchtender Klangteppich breiten sich kraftvoll, gleichmäßig und hell die Stimmen der Frauen und Kinder. Wieder geht ein Tag zu Ende. Über dem Pazifik sinkt der Feuerball der Sonne ohne Eile auf die Kimmlinie herab und lässt Himmel und Meer in Orange und Rot aufflammen. Vom westlichen Horizont sendet sie einen einzigen starken Lichtstrahl herüber, der die Wellenkämme der Brandung wie sprühendes Gold aufgleißen lässt. Die starke und zugleich milde Glut des Sonnenuntergangs erfüllt die Welt. Frieden senkt sich auf die Erde und die Menschen herab, die mit ihrem Lied die Sonne und den Tag verabschieden. Mit dem Ende des Tages kommt auch das Ende seiner Mühen und Plagen. Geschäftigkeit und Betriebsamkeit weicht der Ruhe, Besinnlichkeit und Behaglichkeit.


Kayama


“Kayama Diá! Kayama Dié! Kayama Dia a Dié!"

Wie ein einziger leuchtender Klangteppich breiten sich kraftvoll, gleichmäßig und hell die Stimmen der Frauen und Kinder.

Wieder geht ein Tag zu Ende. Über dem Pazifik sinkt der Feuerball der Sonne ohne Eile auf die Kimmlinie herab und lässt Himmel und Meer in Orange und Rot aufflammen. Vom westlichen Horizont sendet sie einen einzigen starken Lichtstrahl herüber, der die Wellenkämme der Brandung wie sprühendes Gold aufgleißen lässt.

Die starke und zugleich milde Glut des Sonnenuntergangs erfüllt die Welt. Frieden senkt sich auf die Erde und die Menschen herab, die mit ihrem Lied die Sonne und den Tag verabschieden. Mit dem Ende des Tages kommt auch das Ende seiner Mühen und Plagen. Geschäftigkeit und Betriebsamkeit weicht der Ruhe, Besinnlichkeit und Behaglichkeit.

Weit erstrecken sich Himmel und Meer, feierlich und majestätisch glühen die Farben, die die scheidende Sonne mit ihren letzten Strahlen heraufbeschwört.

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Amaté Adéa


Rund um den Breitengrad, auf dem die meisten Inseln des Archipels Polynesien liegen - also um den Äquator - kann man fast die Uhr danach stellen, dass sich am Abend nach Sonnenuntergang schwere, tiefhängende Wolken ballen, aus denen sich ein Regen ergießt, der meist nicht länger als eine Stunde dauert.

In dem statisch und reglos anmutenden Klangteppich des Synthesizers, mit dem dieser Song beginnt, erscheint die graue Wolkendecke und die diesige, neblig-trübe Luft, die den Regen begleitet.

Zu dieser Stunde und bei diesem Wetter verlässt niemand aus dem Dorf das Haus und geht nach draußen; alle warten ab und blicken durch die Fensteröffnungen ihrer Gras- und Bambushütten auf das allgegenwärtige Wasser hinaus, das vom Himmel sprüht, rieselt und plätschert. Der gleichmäßig niederrauschende Regen und der graue düstere Himmel dämpft und trübt die Stimmung im Dorf. Diesmal verharren die Frauen und Kinder in reglosem Schweigen, warten einfach ab.

“Amaté Adéa, amaté adéamus...”

Nur die Hohepriesterin singt mit ihrer sanften, dunklen und klaren Stimme ihr Regenlied, begleitet vom weichen, gedämpften Rauschen der Streichinstrumente und dem gleichbleibenden Klangteppich des Synthesizers.

Denn der Regen ist für das Erdreich, für die Palmen, Sträucher und Farne, für das Gras und für die Blumen wichtig,
damit alles, was die Erde hervorbringt, weiter wächst und gedeiht.

Und so kann man, wenn am Abend nach Sonnenuntergang der Äquatorialregen niedergeht, nichts anderes tun als ihn fließen und strömen lassen, bis er von selbst nachlässt, verebbt und aufhört. Denn ebenso gewiss und sicher, wie er einsetzt, hört er auch wieder auf.

Vielleicht ist es auch mit den Erlebnissen so, die uns traurig machen. Wenn wir tun, als sei unsere Traurigkeit nicht da, oder sie gar unterdrücken und verleugnen, wird sie nicht weniger, sondern mehr, staut sich auf und spült uns am Ende fort wie der Regen einen Teil der Erde.

Doch lassen wir sie geschehen, vor allem, lassen wir sie los, damit sie ungehindert strömen kann, dann lässt sie irgendwann von selbst nach. Das trübe, schwere, lastende Grau lichtet sich und weicht aufs Neue den Strahlen der Sonne, die den trüben, verdüsterten Himmel durchdringen und dem Licht aufs Neue zum Sieg verhelfen.

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Hymn
 

Ein letztes Mal taucht das Wort auf, das sich wie ein roter Faden durch den gesamten Zyklus zieht und in jedem Lied immer wieder auftaucht :

Dié”, also “Gott”.

Mir scheint, dass jeder Song des Adiemus-Zyklus ein Element bzw. eine Naturerscheinung als Würdigung verkörpert.

Die Hymne, die am Ende aller Lieder steht, fasst alles, was auf Erden ist und zu ihr gehört, wie in einem Band zusammen und preist in ruhiger, stiller Andacht das Wunder der Schöpfung und ihren Schöpfer.

Und dem habe ich nichts hinzuzufügen und auch nichts wegzunehmen.

 

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22.01.2021 - Cantus Iteratus / In Caelum Fero / Cantus Insolitus
Einmal mehr haben sich die Frauen und Kinder des Dorfes am Strand versammelt. Aus weiter Ferne kommt ein lange und sehnsüchtig erwarteter Besucher mit den Wolken angereist. Er wird nicht bleiben, nicht einmal von den Wolken auf die Erde herabsteigen. Doch er kommt unaufhaltsam näher, denn in dem hellen, fröhlichen Chor der Frauen- und Kinderstimmen steigt die freudige Erwartung. Für mich ist nicht zu erkennen, wer dieser Besucher ist; aber er ist frei, an nichts und niemanden gebunden und von strahlender Schönheit. Und dann ist er da, der Gast auf seiner Wolke, den alle seit langem erwartet haben! Die Frauen und Kinder springen auf, winken ihm zu, lachen und jubeln vor Freude. Doch schon zieht die Wolke vorbei, entrückt den Besucher nach und nach den Blicken der Menschen am Strand, bis sie mit ihm in der Ferne entschwindet. Bedauernd und voll leiser Wehmut winken die Frauen und Kinder ihm zum Abschied hinterher.


Cantus Iteratus

Einmal mehr haben sich die Frauen und Kinder des Dorfes am Strand versammelt.

Aus weiter Ferne kommt ein lange und sehnsüchtig erwarteter Besucher mit den Wolken angereist. Er wird nicht bleiben, nicht einmal von den Wolken auf die Erde herabsteigen. Doch er kommt unaufhaltsam näher, denn in dem hellen, fröhlichen Chor der Frauen- und Kinderstimmen steigt die freudige Erwartung.

Für mich ist nicht zu erkennen, wer dieser Besucher ist; aber er ist frei, an nichts und niemanden gebunden und von strahlender Schönheit.

Und dann ist er da, der Gast auf seiner Wolke, den alle seit langem erwartet haben! Die Frauen und Kinder springen auf, winken ihm zu, lachen und jubeln vor Freude.

Doch schon zieht die Wolke vorbei, entrückt den Besucher nach und nach den Blicken der Menschen am Strand, bis sie mit ihm in der Ferne entschwindet. Bedauernd und voll leiser Wehmut winken die Frauen und Kinder ihm zum Abschied hinterher.

Doch schon zieht aus der Ferne der nächste Besucher auf der nächsten Wolke heran, frei und atemberaubend schön. Wieder zieht die Wolke über die Menschenmenge am Strand hinweg, und wieder freuen sich alle, tanzen, singen, jubeln und lachen.

Und wieder entschwindet er nach und nach auf seiner Wolke, und wieder blicken die Menschen auf der Erde ihm wehmütig und sehnsüchtig hinterher. Doch schon naht auf der nächsten Wolke der nächste Gast...

Vielleicht huldigen die Frauen und Kinder auch nur dem Himmel und den Wolken; sprich, dem Element Luft.
Doch wieso bin ich mir so sicher, dass auf jeder Wolke ein flüchtiger, aber beliebter und gern gesehener Gast
über den Himmel reist, auch wenn ich mir nicht einmal seine Gestalt vorstellen kann?

Vielleicht sind damit die Freuden gemeint, die das Leben für uns bereit hält, die kurz, flüchtig und vergänglich, aber auch unbeschreiblich schön sind und unserer Seele wohl tun...

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In Caelum Fero


Grell und scharf fallen die Violinen und eine Harfe ein. Dumpf und schwer rumoren die Celli und Kontrabässe hinterher.

Auf der polynesischen Insel im Pazifik ist ein Vulkan ausgebrochen! Feuergarben sprühen über dem Gipfel gen Himmel, rotglühende Lavamassen quellen aus dem Schlund des Kraters und wälzen sich an seinen Hängen herab! Grollend stößt der Vulkan schwarzgraue Rauch- und Aschewolken aus und lässt um sich herum die Erde beben.

Die Frauen des Dorfes versammeln sich, knien am Fuß des Vulkankegels nieder und bemühen sich, ihn mit ihrem Gesang zu besänftigen. Doch zugleich liegt in den hoch emporschießenden roten Fontänen und der unaufhaltsam talwärts strömenden Lava eine faszinierende, überwältigende Macht und Kraft.

Denn dieselbe Lava, deren erstickende, versengende Glut Verderben und Vernichtung über alles bringt, was an den Hängen des Vulkans wächst und gedeiht, lässt zugleich die Insel wachsen. Und später wird sie dafür sorgen, dass auf der Erde das Gras, die Blumen und alle Bäume und Sträucher in überquellender, ja verschwenderischer Fülle und Vielfalt wachsen und gedeihen; denn nur wenige Bodenarten sind so fruchtbar und bringen so vielfältige und reiche Erträge wie die schwarze Lavaerde, aus der die meisten Inseln im Pazifik entstanden sind.

Die Frauen am Fuß des Berges bemühen sich weiter, den Zorn der grollenden Erde zu beschwichtigen und zu lindern. Doch zugleich geschieht es ihnen, dass die überwältigende, unwiderstehliche Kraft und Macht der Erde und des Feuers sie mitreißt und ihre eigenen Herzen und Seelen erfüllt, so dass sie nicht anders können, als die vernichtende und zugleich erschaffende Kraft der Elemente zu feiern und zu preisen.

Aus der Mitte der Frauen erhebt sich wieder die Hohepriesterin und streckt ihre Arme dem Vulkan entgegen.
Mit machtvoller, gebietender Stimme verkündet sie die Botschaft, die sie von ihm empfängt und sendet sie hoch und weit in die Welt hinaus.

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Cantus Insolitus

Dunkel und verhalten setzen Celli und Kontrabässe ein. Sie erschaffen eine Novembernacht ohne Mond und Sterne, erfüllt von Nebel und Kälte.

“Wi....i....i...”

Sanft, leise und verhalten, aber rein und klar steigt die Stimme einer Frau aus den Schatten der Nacht empor.

Ich sehe sie in einem steinernen, gemauerten Landhaus vor einem Kamin am Boden knien, in die Dunkelheit wie in ein dichtes Tuch gehüllt. Nur das lodernde Feuer und die Flamme einer Kerze, die vor ihr steht, erhellen die Dunkelheit und tauchen ihr Gesicht und ihre Gestalt in einen weichen warmen Schimmer.

In dieser Nacht gedenkt sie in stillem Gebet ihrer verstorbenen Ahnen. Trauer und Wehmut schwingen in ihrer leisen, tiefen Stimme mit. Manchmal wallt Schmerz in ihr auf, schwillt aber nie zur Verzweiflung an.

Mit ihrem Gesang ehrt sie jene, die von ihr gegangen sind, für das Vermächtnis an Erinnerungen, die sie ihr hinterlassen haben. Der Verlust geliebter Menschen darf schmerzen, und Trauer ist erlaubt.

Doch dann gesellt sich das helle, klare Solo einer Querflöte zu der dunklen, weichen Altstimme der Trauernden, und leise, wie aus der Ferne, antwortet ihr eine Sopranstimme als Echo der Melodie, die sie singt.

Gehört die Sopranstimme etwa einer Ahne, die ihr Lied vernommen hat und für sie auf dem Grund tiefster Nacht ein Licht aufgehen lässt, das der Einsamen Hoffnung, Trost und Zuversicht spendet? Auf jeden Fall endet das Lied im Licht und nicht in der Dunkelheit, und die Querflöte sendet eine letzte, bestätigende Gewissheit hinterher.



22.01.2021 - Tintinnabulum / Cantus Inaequalis
Es ist Mitternacht. Vom Kirchturm eines Klosters, das auf der Insel von Missions-Benediktinerinnen erbaut wurde, die nach den Regeln ihres Ordens hier leben und das Kloster leiten, tönt klar, feierlich und gemessen der Schlag einer einzelnen Glocke durch die Nacht. Wie ein Baldachin aus royalblauem Samt dehnt sich der Himmel hoch und weit über den Strand und die See. Mit leisem, hellem Sirren und Flüstern setzen die Streichinstrumente ein und malen den Vollmond an den stillen, klaren Nachthimmel. Wie ein riesengroßes schweigendes Gesicht steht er droben am Firmament und sendet sein helles, mildes und weiches Silberlicht zur Erde hinab. Am Himmel und auf dem Meer ist es still, sehr still. “É! É MA KAMAYA! AMADIE! AMADIE! AMADIE!” Was haben die Frauenstimmen, die da so klar, fest und bestimmt einsetzen, zu dieser späten Stunde zu bedeuten?


Tintinnabulum

Es ist Mitternacht. Vom Kirchturm eines Klosters, das auf der Insel von Missions-Benediktinerinnen erbaut wurde, die nach den Regeln ihres Ordens hier leben und das Kloster leiten, tönt klar, feierlich und gemessen der Schlag einer einzelnen Glocke durch die Nacht. Wie ein Baldachin aus royalblauem Samt dehnt sich der Himmel hoch und weit über den Strand und die See.

Mit leisem, hellem Sirren und Flüstern setzen die Streichinstrumente ein und malen den Vollmond an den stillen, klaren Nachthimmel. Wie ein riesengroßes schweigendes Gesicht steht er droben am Firmament und sendet sein helles, mildes und weiches Silberlicht zur Erde hinab. Am Himmel und auf dem Meer ist es still, sehr still.

“É! É MA KAMAYA!

AMADIE! AMADIE! AMADIE!”

Was haben die Frauenstimmen, die da so klar, fest und bestimmt einsetzen, zu dieser späten Stunde zu bedeuten?

Am Strand lohen die Flammen eines Feuers zum Himmel empor. Um einen hoch aufgeschichteten Holzstapel hat sich eine Gruppe Frauen versammelt, von denen jede eine Fackel in der Hand hält, und bildet einen Kreis. Alle entzünden gleichzeitig ihre Fackel an dem lodernden Feuer in der Mitte und heben sie zum Himmel empor.

Offenbar grüßen und ehren die Frauen mit ihrem Gesang und mit den zum Himmel züngelnden Flammen ihrer Fackeln und ihres Freudenfeuers das Mondlicht, die Nacht und den Sternenhimmel.

Ihre Stimmen werden leiser und gedämpfter. Streicher und der sanfte, ruhige Rhythmus von Congas und Bongos gesellen sich dazu.

Die Frauen stecken ihre Fackeln in den Sand und lassen sich, erhellt vom Schein der Flammen und vom Mondlicht, am Strand auf dem Boden nieder. Warm, sanft und hell tönt ihr Gesang durch die Nacht. Ruhige Gelassenheit und Genuss wird in ihren Stimmen spürbar, die steigen und schwellen, ohne jemals hart oder scharf zu werden. Für mich klingen diese Stimmen, als würden die Frauen sich selbst und einander mit duftenden Ölen und Salben einreiben und ihr friedliches, geruhsames Wohlbefinden, das sie in diesem Augenblick miteinander teilen, zum Himmel emporsenden.

Kurz verstummen ihre Stimmen, abgelöst vom klaren sanften Solo der Querflöte. Als hätten die Frauen ihn mit ihrem Gesang heraufbeschworen, schwingt sich ein großer Vogel mit mächtigem Flügelschlag zum samtblauen Sternenhimmel empor.

Auch dieses Vollmondritual begleitet die Hohepriesterin, deren Stimme sich mit einem Mal durchdringend, machtvoll und gebieterisch über die Stimmen der anderen Frauen hinweg zum Himmel emporschwingt.

Ich sehe, wie sie sich vom Boden erhebt und aufrichtet, beide Arme weit ausbreitet und gleichsam den Vollmond empfängt, als hätte er ihr eine Botschaft übermittelt, die sie nun den Frauen im Kreis verkündet. Stark, tief und klar steigt ihre Stimme zu dem Nachtvogel empor, der ihre Botschaft mitnimmt und auf seinem Flug weit über das Meer trägt, bis zum Horizont und darüber hinaus.

Doch was bedeuten ihre Worte? Wer wird die Botschaft hören, die der Nachtvogel mit sich trägt? Und werden jene, die sie hören, die Worte überhaupt verstehen?

Wie auch immer: Auch jetzt sind es nur Tonsilben ohne konkreten Sinngehalt. Wenn überhaupt, nehmen sie nur im Bewusstsein der Menschen eine Bedeutung an, deren Seele die Stimme der Priesterin zu berühren vermag und gleichfalls ein Bild oder einen Eindruck in ihr erweckt.

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Cantus Inaequalis


“Té aluha hé, ala-y mán adi-ya-yé.

Só aluha ma, ti olona, ti amaré..”

Tief, stark und klar hallen Stimmen wie in einem hohen dunklen Gewölbe wider; ein Gesang, der fern an einen gregorianischen Choral erinnert.

Noch immer ist es Nacht. In dem Kloster, von dessen Kirchturm die Glocke vorhin Mitternacht schlug, schreiten Ordensschwestern in einer feierlichen Prozession durch den Kreuzgang. In Dunkelheit gehüllt, hält jede von ihnen eine kleine Kerze mit beiden Händen umfasst, deren Flamme ihre Gesichter und Hauben in einen hellen, warmen Schein taucht, während das feierlich-strenge Schwarz ihres Schleiers sie umhüllt. Sie singen das liturgische Gebet, das der Benediktinerorden ihnen zu dieser Stunde vorschreibt.

Aufrecht und gerade ziehen die Schwestern durch den von Dunkelheit und Schatten erfüllten Kreuzgang und neigen ihre Gesichter in tiefer Andacht über die Kerze, die sie in ihren Händen halten und auf die ihr Blick sich konzentriert.

Nun setzt ein anderer Frauenchor mit denselben Worten ein:

“Té aluha hé, ala-y mán adi-ya-yé...”

Doch obwohl die Melodie ebenfalls gleich bleibt, nimmt sie mit einem Mal einen völlig anderen Charakter an. Nun klingen die Stimmen der Frauen hell, leicht und schwebend, und auch der Rhythmus fühlt sich so an. Die dunkle Schwere, die im liturgischen Gesang der Ordensschwestern zu hören und zu spüren war, ist völlig verflogen.

Diesmal erscheint vor meinem inneren Auge unter einem klaren blauen Himmel ein Wasserfall, umrahmt von Basaltfelsen und grünen Palmen und Farnen, dessen schäumende weiße Flut sich hoch und weit in einen stillen See ergießt.

Eine Gruppe von Frauen, die in Grasröcke gekleidet sind, aber kein Oberteil tragen und grüne Kränze aus Blättern und Zweigen in ihr dichtes schwarzes Haar geflochten haben, sitzt auf großen flachen Basaltsteinen rund um den Wasserfall. Alle halten flache Muschelschalen in beiden Händen, deren Ränder sich leicht nach oben wölben.

Die Frau, die dem Wasserfall am nächsten sitzt, füllt ihre Muschelschalen mit Wasser von der herabstürzenden Kaskade und reicht sie den Frauen zu ihrer Linken und Rechten, die sie aus ihrer Hand nehmen und ihrerseits weiterreichen. Dreimal lassen sie die Muschelschalen reihum im Kreis wandern, bis die Frau, die am weitesten vom Wasserfall entfernt sitzt, das Wasser aus ihren Muschelschalen in den See gießt. Offensichtlich huldigen sie mit ihrem Ritual diesmal der lebensspendenden Kraft des Wassers und der Natur.

Ihre waagrecht ausgebreiteten Arme und die schwerelose Leichtigkeit, mit der sie die Muschelschalen von Hand zu Hand weiterreichen, gleicht einem Tanz, der sich allein auf die Arme und den Oberkörper beschränkt, während alle reglos im Schneidersitz auf ihrem Stein verharren.

Bestimmt haben die Frauen diesen "Armtanz" rund um den Wasserfall jahrelang immer wieder geübt; doch ihre Stimmen klingen leicht, heiter, schwere- und mühelos, als hätten sie an ihrem Ritual jede Menge Freude, und als gäbe es für sie in diesem Moment weder Sorge noch Mühsal.

Für mich spiegelt sich in diesem Ritual aber auch der von den Felsen herabrieselnde Wasserfall und der kleine stille See, der blaue, sonnendurchflutete Himmel und das frische, satte Grün der Farne und Palmen rund um die Schlucht wider.



22.01.2021 - Ein Lobpreis der Schöpfung - Adiemus - Songs of the Sanctuary von Karl Jenkins
Derzeit werden die Einschränkungen, die uns betreffen, von Woche zu Woche schärfer und einschneidender. Doch noch sind unsere Gedanken frei, wie es in dem berühmten Lied heißt. Nichts und niemand kann uns daran hindern, in unseren Gedanken und Träumen zu reisen, wohin es uns beliebt; und so möchte ich in einer neuen Artikelreihe in Werke der modernen Musik eintauchen, die über die Grenzen unseres Horizontes hinausgehen und die einen nachhaltigen Eindruck in meinem Gemüt hinterlassen haben. Und so beginne ich meine erste Reise mit "Adiemus - Songs of the Sanctuary", einem Songzyklus für Chor, Sologesang und Orchester, den der walisische Komponist, Arrangeur und Dirigent Karl Jenkins komponierte, mit seinen Musikern und Sängerinnen aufnahm und bei der Uraufführung und auf der ersten Welt-Tournee auch dirigierte. Vielleicht erinnern sich manche Leserinnen und Leser noch an jenen Werbespot aus dem Jahr 1994, in dem ein Flugzeug zu wohlklingendem, stimmungsvollem Chorgesang an einem blauen, endlos weiten Himmel seine Bahn über die Wolken hinweg zieht. Sowohl der titelgebende Song als auch die anderen bestehen aus Worten, die einer von Jenkins selbst erfundenen Tonsilbensprache entspringen, aber keinen konkreten Sinngehalt bergen. Doch ich finde, dass das Wort "Adiemus" dem lateinischen "Adoramus" ähnelt, also “Wir beten an” oder “Lasst uns anbeten”; auch scheint mir die Silbe "-die" auf das französische "Dieu", also auf “Gott” hinzudeuten. Daher vermute ich, dass es in diesem Werk viel eher um den Lobpreis der Schöpfung, d.h. unserer Erde, ihrer Elemente und der Natur geht als um Werbung für Flugreisen. Auf geht’s! Gehen wir gemeinsam auf die Reise und tauchen in die Größe und Vielfalt der Schöpfung ein!


- Ein Lobpreis der Schöpfung -

Adiemus - Songs of the Sanctuary von Karl Jenkins


Derzeit werden die Einschränkungen, die uns betreffen, von Woche zu Woche schärfer und einschneidender.
Doch noch sind unsere Gedanken frei, wie es in dem berühmten Lied heißt. Nichts und niemand kann uns daran hindern, in unseren Gedanken und Träumen zu reisen, wohin es uns beliebt; und so möchte ich in einer neuen Artikelreihe in Werke der modernen Musik eintauchen, die über die Grenzen unseres Horizontes hinausgehen und die einen nachhaltigen Eindruck in meinem Gemüt hinterlassen haben.

Und so beginne ich meine erste Reise mit Adiemus - Songs of the Sanctuary, einem Songzyklus für Chor, Sologesang und Orchester, den der walisische Komponist, Arrangeur und Dirigent Karl Jenkins komponierte, mit seinen Musikern und Sängerinnen aufnahm und bei der Uraufführung und auf der ersten Welt-Tournee auch dirigierte.

Vielleicht erinnern sich manche Leserinnen und Leser noch an jenen Werbespot aus dem Jahr 1994, in dem ein Flugzeug zu wohlklingendem, stimmungsvollem Chorgesang an einem blauen, endlos weiten Himmel seine Bahn über die Wolken hinweg zieht. Sowohl der titelgebende Song als auch die anderen bestehen aus Worten, die einer von Jenkins selbst erfundenen Tonsilbensprache entspringen, aber keinen konkreten Sinngehalt bergen.

Doch ich finde, dass das Wort Adiemus dem lateinischen Adoramus ähnelt, also “Wir beten an” oder “Lasst uns anbeten”; auch scheint mir die Silbe "-die" auf das französische "Dieu", also auf “Gott” hinzudeuten. Daher vermute ich, dass es in diesem Werk viel eher um den Lobpreis der Schöpfung, d.h. unserer Erde, ihrer Elemente und der Natur geht als um Werbung für Flugreisen.

Auf geht’s! Gehen wir gemeinsam auf die Reise und tauchen in die Größe und Vielfalt der Schöpfung ein!

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Adiemus

Meiner Meinung nach hat Miriam Stockley, die Solistin, die bei der Uraufführung und in der Originalaufnahme diesen Songzyklus mit dem Frauen- und Kinderchor sang, bereits im Auftakt des Titelsongs eine Meisterleistung erbracht.
Ohne von irgendeinem Instrument gestützt zu werden, steigt sie mit den ersten sieben a-cappella-Tönen in mühelos schwebender Leichtigkeit zur Quinte empor und kehrt wieder zum Grundton zurück:

“i...i...I...II...I...i...i”

Ihre dunkle und zugleich klare, volle und zugleich sanfte Stimme entwirft das Bild einer Hohepriesterin, die ihre Arme zum Himmel erhebt und ihren Lobgesang auf die Schöpfung anstimmt.

Auf meiner kleinen privaten Kinoleinwand taucht eine Insel im Pazifik auf, die vielleicht zum Hawaii-Archipel, aber mit Sicherheit zu Polynesien gehört. Denn die runden vollen Arme der Priesterin, die sich hoch und weit zum Himmel emporstrecken, sind in einen weich und warm schimmernden dunklen Bronzeton getaucht, von dem sich ihre Halskette
aus zartrosa angehauchten Muscheln und ihr schlichtes, bodenlanges weißes Gewand strahlend rein und hell abhebt.

Angekündigt vom leisen Rieseln eines Beckens senkt sich aus großer Höhe der kraftvolle und doch weiche Schlag einer Basstrommel nieder, dessen gemessener, stetiger 4/4-Takt den Song stützt und trägt. Tief und leise und zugleich klar und fest intoniert die Stimme der Hohepriesterin ihr Gebet, im Gleichklang mit dem Trommelschlag.

Vor meinem inneren Auge erscheint das Bild eines blauen sonnendurchfluteten Himmels am Abend. Die Strahlen der untergehenden Sonne tauchen die weichen runden Wolken am Firmament teils in gleißendes Gold, teils in Rosa- und Lilatöne. Zu dem machtvollen, gleichmäßigen Schlag der Basstrommel galoppiert ein weißes Pferd mit riesigen Schwingen in Zeitlupe über die Wolken hinweg. Setzt das Pferd zum Galoppsprung an, heben sich seine Schwingen, “landet” das Pferd auf der Wolke, senken sie sich.

Machtvoll und feierlich und zugleich heiter, hell und fröhlich fallen die Frauen- und Kinderstimmen des Chores in den Lobgesang der Priesterin ein. In diesem Moment sehe ich eine Schar von Frauen und Kindern auf einem weißen Sandstrand am Saum des Pazifik stehen, die zu dem riesigen geflügelten Pferd emporsehen, den Arm heben, ihm voller Freude zuwinken und es mit ihrem Gesang grüßen und ehren.

Das Solo der Alt-Blockflöte, die nun klar und sehnsuchtsvoll einsetzt, ist für mich ein Sinnbild für die Sehnsucht, zu den Wolken emporzusteigen und gleich dem weißen geflügelten Pferd mit ihnen zu ziehen; doch die Schwerkraft der Erde und des eigenen Körpers hält die Menschen am Boden fest.

Dann löst die Stimme der Solistin und der gleichmäßige Trommelschlag die Alt-Blockflöte in der zweiten Strophe ab, deren Wortlaut gleich bleibt. Doch in der Wiederholung erscheinen mir die Klangfarben gedämpfter als beim Auftakt, und so wechselt für mich auch die Szene.

Diesmal erstreckt sich vor meinem inneren Auge die unermessliche Weite des Pazifik, dessen klarer Spiegel im Licht der Sonne weich und glatt wie türkisblaue Seide schimmert. Mit den Wellen der Brandung naht eine Schule Delphine, die aus den Wellen hoch in die Lüfte emporschnellen, mit ihren schlanken glatten Körpern einen Bogen formen und anmutig und kraftvoll zugleich ins Wellental eintauchen.

Nun setzt wieder der kraftvolle, helle, fröhliche Chor der Frauen- und Kinderstimmen ein. Voller Freude grüßen und ehren sie auch die springenden Delphine, deren Bahn sie vom Brandungssaum aus mit ihren Blicken folgen.

Auch die kraftvollen und zugleich schwerelos anmutenden Sprünge, mit denen sich die Delphine aus den Wogen des Pazifik geradezu emporschleudern, sind den Menschen nicht möglich. Um den Sog und Widerstand des Wassers und die Schwere ihres eigenen Körpers zu überwinden, reicht ihre Kraft nicht aus.

Und so steigt allein die Hoffnung und Sehnsucht der Menschen, die das Schauspiel am Himmel und in der See vom weißen Sandstrand aus verfolgen, zu dem geflügelten Pferd und zu den Delphinen empor und zieht mit ihnen hinaus in die Ferne, dem unendlichen Horizont entgegen...



31.12.2020 - Die Lange Nacht der Museen
Auch die Lange Nacht der Museen, die an einem Samstag Mitte Oktober stattfindet, beginnt um 20:00 Uhr und endet um 0:00 Uhr. Auch hier kostet das Ticket, das zum Eintritt in alle teilnehmenden Häuser berechtigt, 15 Euro und wird am Odeonsplatz gegen ein rotes Band umgetauscht, das man um das Handgelenk befestigt; und es gibt bestimmte Touren, die man sich mit Hilfe des Programms für den Abend zusammenstellen kann. Nur hat diese Nacht nichts oder zumindest nicht in erster Linie mit Musik zu tun, auch wenn in vielen Häusern kleine Inszenierungen mit Illumination und Musik dargeboten werden. In dieser Nacht rücken das bayerische Staatsministerium für Unterricht und Kultus und die Stadt München die bildenden Künste wie auch Geschichte und Wissenschaft in den Vordergrund, und alle großen Museen – alle Pinakotheken, das Deutsche Museum und auch das Bayerische Nationalmuseum – nehmen an der Langen Nacht der Museen teil.


Die Lange Nacht der Museen


Auch die Lange Nacht der Museen, die an einem Samstag Mitte Oktober stattfindet, beginnt um 20:00 Uhr und endet um 0:00 Uhr. Auch hier kostet das Ticket, das zum Eintritt in alle teilnehmenden Häuser berechtigt, 15 Euro und wird am Odeonsplatz gegen ein rotes Band umgetauscht, das man um das Handgelenk befestigt; und es gibt bestimmte Touren, die man sich mit Hilfe des Programms für den Abend zusammenstellen kann.

Nur hat diese Nacht nichts oder zumindest nicht in erster Linie mit Musik zu tun, auch wenn in vielen Häusern kleine Inszenierungen mit Illumination und Musik dargeboten werden. In dieser Nacht rücken das bayerische Staatsministerium für Unterricht und Kultus und die Stadt München die bildenden Künste wie auch Geschichte und Wissenschaft in den Vordergrund, und alle großen Museen – alle Pinakotheken, das Deutsche Museum und auch das Bayerische Nationalmuseum – nehmen an der Langen Nacht der Museen teil.

Wenn man sich allerdings vergegenwärtigt, dass jede Pinakothek ein riesiges Gebäude mit Ausstellungsobjekten auf drei Etagen ist, für das man im Grunde einen Tag braucht, um sich einen Überblick zu verschaffen und die Objekte, die einen interessieren, mit Ruhe und Bedacht anzusehen; und wenn man weiß, dass die Pinakotheken an Sonn- und Feiertagen nur einen Euro Eintritt verlangen, stellt sich als Teilnehmer der Langen Nacht der Museen die Frage, ob man sie nicht lieber an einem günstigeren Tag aufsuchen sollte, an dem man mehr Zeit hat, aber weniger bezahlt.

Beim Deutschen Museum, das mittlerweile sage und schreibe fünfzehn Euro Eintritt kostet, hätte man den Ticketpreis hereingeholt. Nur: Da es größer ist und mehr Objekte bietet als die Alte und die Neue Pinakothek zusammen, kommt man in der Langen Nacht der Museen nirgendwo anders mehr hin, wenn man in diesem ebenso riesigen wie faszinierenden Kasten einmal „hängenbleibt“!

Ähnlich ergeht es einem mit dem Bayerischen Nationalmuseum. Auch dieses ist eine riesige schlossähnliche Festung mit drei Etagen, in der die Frage, was man sich ansehen will, wirklich zur Qual der Wahl wird: die Krippen? Die Porzellan- und Uhrensammlung? Die Trachten und historischen Kostüme? Die historischen Säle mit der Geschichte der Wittelsbacher Herzöge und Könige?

Wenn man von den vielfältigen Möglichkeiten, die sich einem zwischen 20:00 und 0:00 Uhr in der Langen Nacht der Museen bieten, wirklich etwas haben will, empfiehlt es sich, auf kleinere Häuser auszuweichen, deren Angebot überschaubarer ist und den Geist mit seiner Fülle an Objekten nicht erschlägt.

So könnte man zum Beispiel mit dem Theatermuseum in der Galeriestraße anfangen und dann zur Sammlung ägyptischer Kunst weitergehen; beide Häuser sind klein und die Sammlungen kompakt, so dass man die Objekte ruhig und konzentriert in sich aufnehmen kann.

Als Nächstes könnte man zur Glyptothek und zur Antikensammlung weiterpilgern, denn diese beiden Säulentempel, die einander wie Spiegelbilder gegenüberstehen, sehen zwar riesig aus, aber die Sammlungen sind überschaubar. Falls der Energievorrat hinterher reicht, könnte man noch das Reich der Kristalle in der Theresienstraße oder die Prähistorische Staatssammlung in der Lerchenstraße schräg hinter dem Nationalmuseum mitnehmen.

Auf die von mir beschriebene Weise ist es möglich, bis zu sechs Museen an einem Abend bewältigen; sprich, man hat seine Zeit gut genützt und seine fünfzehn Euro optimal investiert!

Auch lohnt es sich, die privaten Kunstsammlungen zu besuchen, da man für die meisten acht bis zehn Euro Eintritt bezahlt; so z.B. die Hypo-Kunsthalle, das Lenbachhaus, den Kunstbau im Souterrain oder die Villa Stuck. Auch private Gemäldegalerien, die sonst nur Sammlern und Liebhabern zugänglich sind, öffnen in dieser Nacht ihre Pforten und zeigen ihre Schätze.

Und eine Exkursion kommt fast einem Abenteuer gleich: Mit dem Shuttle-Bus kann man zum Schloss Nymphenburg hinausfahren, wo man als erstse die Schönheitsgalerie Ludwigs I. im Zentralgebäude betrachten kann, danach das Marstallmuseum, in dem die Kutschen und Schlitten der Wittelsbacher Herzöge und Könige in ein besonderes Licht gerückt werden.

Im Flügel auf der anderen Seite des Schlosses – d.h. im Museum für Naturgeschichte - erwacht manch ein ausgestopftes Exemplar zum Leben und erzählt seine Herkunft und Geschichte. Reicht die Zeit und Energie hinterher noch, kann man zu nächtlicher Stunde mit kleinen Taschenlampen durch den Botanischen Garten und die Gewächshäuser streifen.

Nur: Allein die Gebäudetrakte des Schlosses Nymphenburg und der Botanische Garten halten einen fast den ganzen Abend lang beschäftigt, so dass diese Gegend als Kapitel für sich betrachtet und behandelt werden sollte.

Alles in allem hat der Freistaat Bayern und die Stadt München in der Vergangenheit viel getan, um das öffentliche Interesse an der Bildung von Geist und Gemüt wachzuhalten und sowohl bei Einheimischen als auch bei den vielen Besucherinnen und Besuchern aus Deutschland und aus der ganzen Welt aufrecht zu erhalten; und in unseren Museen und Sammlungen sind so viele materielle und immaterielle Werte aufbewahrt, dass diese nicht in Vergessenheit und Nichtbeachtung geraten sollten!