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Blog

Meine kulinarische Reisen

er mein Buch „EUROPRISMA – Meine Seelenreisen“ kennt, weiß, dass ich...



Vorwort zu meinem Blog-Bereich „Kulinarische Reisen in München, Bayern und Europa“

Wer mein Buch „EUROPRISMA – Meine Seelenreisen“ kennt, weiß, dass ich in den letzten zehn Jahren ein wenig in Europa herumgekommen bin. Und da einem „auf der Walz“ durch Orte, Gegenden und Städte ab und zu der Magen knurrt und einem auch die Zunge ganz gerne mal am Gaumen kleben bleibt, geht man irgendwo hin und lässt sich zum Essen und Trinken nieder.

Doch in einer so großen Stadt wie München oder in einer sowohl quicklebendigen als auch uralten Stadt wie z.B. Nürnberg, Rosenheim oder Passau ist es gar nicht nötig, sein eigenes Land zu verlassen, um mit dem Magen auf Reisen zu gehen. Sowohl die gutbürgerliche bayrische und fränkische Küche als auch Gaumenfreuden aus aller Herren Länder warten an manch einer Ecke, um zu zeigen, was sie so alles können.

Für die Gourmets unter uns, denen mehrmals aus gegebenem Anlass das Wasser im Munde zusam-mengelaufen ist, möchte ich von Gaststätten, Cafés und Bars erzählen, die mir über den Weg gelaufen sind und in denen ich hocherfreut hängengeblieben bin.

Ich würde mich freuen, wenn auch Ihr über das schreibt, was Euch das Wasser im Munde zusammen-laufen lässt.


03.09.2021 - Von bodenständigen und doch nicht alltäglichen Dingen - Onkel Harry in Pasing
Folgt man der Planegger Straße Richtung Ortszentrum, liegt dem Pasinger Stadtklinikum - bzw. dem einstigen Passionistenkloster - ein l-förmiger Hof gegenüber, bei dem man noch heute erkennt, wo einst das Wohnhaus, der Viehstall mit der Scheune darüber und das Wirtschaftsgebäude mit den Vorrats- und Gerätekammern untergebracht war. In der Einfahrt thront auf der Kuppe eines üppig blühenden und grünenden Blumenhügels eine Blockhütte, die wohl eher als eine Art kleiner Gartentempel gedacht ist; denn sie erweckt nicht den Eindruck, als wäre sie bewohnt. Manch ein Pasinger Bürger erinnert sich vielleicht noch an das Café Glas im Gebäudeteil vorne an der Straße, in dem sich die Anrainer gerne auf eine kleine Mittagsmahlzeit oder einen Kaffee mit Kuchen trafen, bis es vor etwa sechs Jahren in den Haidelweg umzog; sprich, in die Nähe des alten Pasinger Friedhofes. Doch als das Café Glas fort war, stand das solide gebaute und völlig intakte Gebäude ganze sechs Jahre lang leer und ungenutzt. Wenn man bedenkt, dass kaum eine Woche vergeht, in der die Münchner Tageszeitungen nicht ihr altes Klagelied über den Mangel an bezahlbaren Wohn- und Geschäftsräumen anstimmen, ist ein leerstehendes und ungenutztes Gebäude mitten in der Stadt eine Schande! Doch seit Fronleichnam 2021 - sprich, seit Ende Mai/Anfang Juni dieses Jahres - rührt sich in dem ehemaligen Bauernhof wieder neues Leben. Eine Familie aus Norddeutschland hat sich hier eingenistet und betreibt das Café-Bistro Onkel Harry. Hier kann man nicht nur auf hölzernen Eckbänken zwischen weißen Wandregalen mit marine- und petrolblauem Geschirr gemütlich sitzen, essen und trinken - übrigens auch im Hof zwischen Vordergebäude und Blumenhügel -, sondern auch nach Lebensmitteln von nicht alltäglicher Qualität stöbern.


Von bodenständigen und doch nicht alltäglichen Dingen - Onkel Harry in Pasing
 

Neben dem Stemmerhof gegenüber der alten Sendlinger Pfarrkirche mit dem Fresko der Mordweihnacht von 1703 - beide habe ich unter der Rubrik Brauchtum, Feste, Märkte und Besonderheiten in München und Oberbayern in meinem Beitrag Sendling - Das Viertel auf zwei Ebenen erwähnt - gibt es noch ein Anwesen, das einmal ein Bauernhof war und mitten in der Stadt liegt.

Wenn man mit dem Bus der Linie 56 durch Großhadern und die Blumenau fährt, erreicht man über die Planegger Straße das Zentrum von Pasing, das lange Zeit eine Kleinstadt mit einer eigenen Verwaltung und einem eigenem Rathaus war, bis es in den 1960er Jahren vom beständig wachsenden München “geschluckt” wurde wie übrigens auch Sendling. Doch noch heute hat Pasing seinen eigenen Marienplatz mit Statue und sogar seinen eigenen Viktualienmarkt!

Links von der Planegger Straße erstrecken sich an den Ufern der Würm ausgedehnte Wiesen und dichte Auwälder, und rechts davon stößt man zwischen vereinzelt stehenden Häusern auf das üppig wogende Grün kleiner Parkanlagen.

Folgt man der Planegger Straße Richtung Ortszentrum, liegt dem Pasinger Stadtklinikum - bzw. dem einstigen Passionistenkloster - ein l-förmiger Hof gegenüber, bei dem man noch heute erkennt, wo einst das Wohnhaus, der Viehstall mit der Scheune darüber und das Wirtschaftsgebäude mit den Vorrats- und Gerätekammern untergebracht war. In der Einfahrt thront auf der Kuppe eines üppig blühenden und grünenden Blumenhügels eine Blockhütte, die wohl eher als eine Art kleiner Gartentempel gedacht ist; denn sie erweckt nicht den Eindruck, als wäre sie bewohnt.

Manch ein Pasinger Bürger erinnert sich vielleicht noch an das Café Glas im Gebäudeteil vorne an der Straße, in dem sich die Anrainer gerne auf eine kleine Mittagsmahlzeit oder einen Kaffee mit Kuchen trafen, bis es vor etwa sechs Jahren in den Haidelweg umzog; sprich, in die Nähe des alten Pasinger Friedhofes.

Doch als das Café Glas fort war, stand das solide gebaute und völlig intakte Gebäude ganze sechs Jahre lang leer und ungenutzt. Wenn man bedenkt, dass kaum eine Woche vergeht, in der die Münchner Tageszeitungen nicht ihr altes Klagelied über den Mangel an bezahlbaren Wohn- und Geschäftsräumen anstimmen, ist ein leerstehendes und ungenutztes Gebäude mitten in der Stadt eine Schande!

Doch seit Fronleichnam 2021 - sprich, seit Ende Mai/Anfang Juni dieses Jahres - rührt sich in dem ehemaligen Bauernhof wieder neues Leben. Eine Familie aus Norddeutschland hat sich hier eingenistet und betreibt das Café-Bistro Onkel Harry. Hier kann man nicht nur auf hölzernen Eckbänken zwischen weißen Wandregalen mit marine- und petrolblauem Geschirr gemütlich sitzen, essen und trinken - übrigens auch im Hof zwischen Vordergebäude und Blumenhügel -, sondern auch nach Lebensmitteln von nicht alltäglicher Qualität stöbern.

Denn die Betreiberin von Onkel Harry, ihr Mann, der neue Ware liefert, und ihre Mutter und ihre Schwester, die für Nachschub an Selbstgebackenem sorgen, haben sich auf kleine regionale Anbieter in Italien, Griechenland und Norddeutschland spezialisiert, die Obst, Gemüse, Getreide und Weine auf ihrem Grund und Boden anbauen.

So findet man in den hölzernen Lattenregalen im Lager, das unmittelbar an den Cafébereich angrenzt, Rot- und Weißweine von den Ufern des Gardasees und des Lago Maggiore; Pestos, Würzmischungen und Pasta vom besten italienischen Großmarkt nördlich der Alpen; Kräutermischungen, Honig, Essig und Öl aus Griechenland und Teemischungen nach alten Rezepten der friesischen Inseln; und an der großen Theke des Hofladens seltene Käse-, Schinken- und Salamisorten.

Die liebevolle Sorgfalt und das “Handgemachte” schmeckt und spürt man in den gehaltvollen und würzigen Gemüsequiches, dem eingelegten Gemüse, den Salaten samt Dressing - und nicht zuletzt im selbstgebackenen Brot und Kuchen. Nur bei Onkel Harry habe ich ein Vollkornbrot gefunden, das es an Saftigkeit und Frische mit dem irischen Buttermilch-Sodabrot aufnehmen kann; und der Marmor- und Zitronenkuchen, der oft trocken und schlicht daherkommt, ist hier so locker und saftig wie nirgendwo sonst.

Kein Wunder, dass Onkel Harry seit seiner Eröffnung gerne besucht wird und die Besucher gerne und länger hier verweilen als nötig! Aus meiner Sicht verdient das Konzept, vor allem aber die Liebe und Sorgfalt, mit der sich die Betreiberinnen um ihre Gäste kümmern und für ihr leibliches Wohl sorgen, regen Zuspruch und vor allem Zulauf!



04.11.2020 - Was wird aus der Münchner Innenstadt? Anna’s Hotel in der Schützenstraße
Zwischen dem Stachus-Rondell und dem Münchner Hauptbahnhof, genau in dem Zwickel zwischen Bayer- und Schützenstraße, ragt die überdimensional große runde Litfaßsäule des Pini-Hauses zum Himmel empor; und bis Ende 2019 erhob sich dort auch der Königshof.


Was wird aus der Münchner Innenstadt? Anna’s Hotel in der Schützenstraße
 


Zwischen dem Stachus-Rondell und dem Münchner Hauptbahnhof, genau in dem Zwickel zwischen Bayer- und Schützenstraße, ragt die überdimensional große runde Litfaßsäule des Pini-Hauses zum Himmel empor; und bis Ende 2019 erhob sich dort auch der Königshof.

Inzwischen ist er abgerissen worden und soll in ganz neuem Design errichtet werden. Von dem weißen Hochhaus mit den Glasfronten, das an die Stelle des alten Königshofes treten soll, geht nach meinem Empfinden etwas Kaltes, Steriles aus. Auf jeden Fall ist es nicht mehr der halbrund gewölbte Vorbau, der markante säulengestützte Baldachin über dem Haupteingang und die hohe Fensterfront, die den Münchnern als „Nobel-Aquarium“ seit den 1950er Jahren vertraut war.

Geht man an der Litfaßsäule des Pini-Hauses rechts vorbei in die Schützenstraße, erhebt sich an dieser Ecke seit 2002 das Anna’s Hotel und Restaurant, das seither für viele Münchner zum Treffpunkt geworden ist, die es sich an einem Nachmittag im Frühling oder Sommer gemütlich machten oder sich vor dem Kinoabend, der Langen Nacht der Musik oder der Nachtschwärmer-Kulturnacht noch kurz stärken wollten.

Gerne habe ich, wenn es meine Zeit zuließ, am Freitagnachmittag vor dem Wochenend-Einkauf auf dem Vorplatz vor dem „Anna’s“ Halt gemacht und eine Auswahl an Sushi oder Dim Sum genossen, denn ein Großteil der Küche, die hier serviert wird, ist von thailändischen bzw. japanischen Einflüssen geprägt.

Ich gebe aber zu, dass Sushi nicht zu meinen Lieblingsgerichten zählt; eher das frisch zubereitete Tatar oder die Mini-Bratpaprikaschoten mit Süßkartoffel-Pommes frites. Diese Auswahl klingt zwar nicht gerade glamourös, aber genau diese Gerichte werden mit Stil und genauem Gespür für die richtigen Geschmacksnoten serviert. Übrigens auch die selbstgemachten Limonaden und Cocktails oder die Auswahl von dreierlei Sorbet, die ich im Sommer als Dessert oder auch pur nur wärmstens empfehlen kann!

Eine Ex-Kollegin und gute Bekannte, mit der ich mich hin und wieder in München treffe, schwört auf Sushi, Chicken Teriyaki und vor allem das Rindersteak mit Salat. An dieser Stelle sollte ich erwähnen, dass meine Bekannte, was die Qualität des Essens in Münchner Restaurants angeht, äußerst kritisch, um nicht zu sagen heikel ist. Bei der gutbürgerlichen bayerischen Küche lässt sie einzig und allein den Ratskeller unter dem Rathaus am Marienplatz gelten; und wenn es leichte und gesunde Küche sein soll, stellt allein die Speisekarte des Anna’s sie zufrieden.

Doch bei unserem letzten Besuch am Samstagmittag hat uns der Geschäftsführer des Restaurants und Hotels persönlich bedient und bestätigt, was zuletzt in den Münchner Tageszeitungen zu lesen war: Das Anna’s Hotel und Restaurant muss zum 31.12.2020 schließen!

Wie der Paulaner im Tal, der von der Wirtslegende Putzi Holenia geführt wurde, hat auch das Anna’s unter der Corona-Krise gelitten; denn vor dem Lockdown kamen hierher die Gäste aus Fernost, aus den USA, aus Dubai und den V.A.E. Und die Gäste aus aller Welt bekamen Spitzenqualität geboten, denn nahezu jedes Hotelzimmer ist ein Designerstück und damit ein Unikat! Von einer futuristischen Kabine, die den Privatgemächern von Captain Kirk oder auch Jean-Luc Picard auf der Enterprise ähnelt, über einen viktorianischen Traum mit Blümchentapete und Schnörkelmöbeln bis hin zur klar, funktional und nüchtern eingerichteten Business-Suite ist hier alles möglich, und selbst die Möbel sind in keinem Zimmer gleich.

Doch im Corona-Jahr sind dem Anna’s wie auch vielen anderen namhaften Münchner Hotels und Gaststätten mit dem Wegbleiben der Touristen zwei Drittel der bisherigen Einnahmen weggebrochen, so dass die laufenden Fixkosten für Miete, Strom und Personal nicht mehr zu stemmen sind. Doch vor Corona hat das Anna’s, haben die Hotels und Gaststätten in München gebrummt und funktioniert!

Es ist schmerzhaft zu hören, dass ein Geschäftsführer, dessen Laden bisher lief und der seine Arbeit – vor allem in der Küche -  sichtlich und aufrichtig liebt, Kurzarbeit anmelden muss und von den Behörden zusätzlich die Auflage bekommt, dass er ab dem 1. November 2020 bis zum Ende des Jahres seine Gaststätte nur noch von 16:00 bis 21:00 Uhr öffnen darf. Selbst in der Innenstadt verdient man in diesem Zeitraum nicht viel! Was ist mit der Mittagszeit, der Kernzeit für jede Gaststätte?

Das Gebäude des Hauptbahnhofs wurde abgerissen, so dass die Terminalhalle momentan einem leeren Gerippe ohne Substanz gleicht. Seit dem Abriss des Königshofes sieht es auf diesem Platz derzeit aus wie nach einem Bombenangriff: nichts als Löcher, Trümmer und Staub. Das Anna’s Hotel muss aus dem Pini-Haus weichen. Nach einer Gnadenfrist soll Ende 2022 der Kaufhof am Stachus schließen…

Was wird aus der Münchner Innenstadt, wenn die Kaufhäuser, Läden und Gaststätten wegfallen, die bisher das Leben in ihr ausgemacht und ihr Gesicht geprägt haben?

Praktisch gesehen lässt sich alles, was der Mensch zum Leben braucht - Lebensmittel, Kleidung, Haushaltswaren und Kosmetika - online bestellen und nach Hause liefern. Wir können uns weiterhin mit allem versorgen, was wir brauchen.

Doch was wird bleiben, wenn wir künftig durch München gehen und uns umsehen? Eine öde, sterile, leblose Leere. Aber keine bunte, schillernde Stadt, in der man gerne unterwegs ist, weil ihr Flair die Sinne anregt und beschwingt, so wie sie es dreißig Jahre lang für mich war! Vor allem aber keine Stadt, die lebt und lebenswert ist!



29.10.2020 - Manchmal geschieht ein kleines Wunder - Die Käs-Alm auf der Auer Dult
Im Sommer dieses Jahres habe ich über den „Sommer in München“ berichtet, eine Veranstaltungsreihe, die im Corona-Jahr 2020 mit Ständen und Buden auf dem Orleansplatz, dem Weißenburger Platz, dem Wittelsbacher Platz und dem Königsplatz die Auer Dult und das Oktoberfest ersetzen sollte und auf so manchen Besucher, darunter auch auf mich, den Eindruck eines ebenso kümmerlichen wie sterilen Provisoriums erweckt hat. Entgegen meiner Erwartungen und zu meiner großen Freude - und gewiss verdankt München dies zu einem guten Teil dem Kampf und Protest der Wirte, Standbesitzer und Schausteller - fand vom 17. bis 25. Oktober 2020 die Auer Dult wieder dort statt, wo sie hingehört: auf dem Mariahilfplatz vor der gleichnamigen Kirche in der Au.


Manchmal geschieht ein kleines Wunder – Die Käs-Alm und die Auer Dult