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Blog

Musik und Emotionen

Im Blog-Bereich „Weggefährten“ schildere ich u.a. meine Begegnungen mit wegweisenden Musikern des 20. Jahrhunderts...



Vorwort zu meinem Blog-Bereich „Musik oder Channeling?“ Im Blog-Bereich „Weggefährten“ schildere ich u.a. meine Begegnungen mit wegweisenden Musikern des 20. Jahrhunderts. Ich hätte sie auch im Bereich „Musik oder Channeling?“ unterbringen können; doch ihr Einfluss ging bei mir tiefer, dauerte länger an und tauchte immer wieder auf.

In „Musik oder Channeling?“ soll es um Musiker-/innen, Sängerinnen und Sänger gehen, die auf ihre ganz besondere Weise mehr waren und sind als musikalische Eintagsfliegen oder Pop- oder Schlager-stars, die man kurz kennt, die aber keine weiteren Hits mehr landen und ebenso schnell wieder in Vergessenheit geraten, wie sie gleich Raketen aus dem Boden senkrecht nach oben geschossen sind.

Eines haben all diese Musiker/-innen, Sängerinnen und Sänger gemeinsam: Wenn sie auf der Bühne stehen, scheinen sie etwas außerhalb ihrer selbst „herunterzuholen“ und durch sich strömen zu lassen, dienen nicht sich selbst, sondern dem, was sich durch sie hindurch ausdrücken will; deshalb die Überschrift „Musik oder Channeling?“.

Wenn auch Ihr solche Leute kennt oder gekannt habt, nur zu! Schreibt mir/uns davon!


28.06.2022 - The Burning Biscuit Band - Der Keks brennt wieder!
Ebenso wie von der bunten Fülle der Farben, Stoffe und Aromen lebt das Tollwood auch von den vielen Live-Bands, die auf den Musikbühnen spielen, ohne dass es das Publikum einen Cent kostet. Gut, in der Regel schlürft man sein Getränk und hat sein Essen vor sich; aber für die vielen Live-Gigs zahlt man - mit Ausnahme des großen Musikzeltes am Eingang des Geländes, das immer das rote “Tollwood”-Logo trägt - keinen Eintritt. So bunt und vielfältig wie die Ware an den Ständen und Buden des Marktes ist auch die Musik, die man zu hören bekommt: Vom Rock der 1960er und 1970er Jahre über beliebte Pop-Acts der 1980er bis 1990er bis zu Folk-Musik aus aller Herren Länder hört man hier alle musikalischen Genres und Epochen. Eines aber gilt für alle Musikerinnen und Musiker: Ihre Melodien und Rhythmen kommen weder aus der Soundanlage noch aus dem Computer. Sie singen und spielen live, haben nichts als ihre Verstärker und ihre Instrumente. Und zu meiner großen Freude stolperte ich am ersten Tollwood-Samstag über eine der besten Live-Bands, die in und um München unterwegs sind: die Burning Biscuit Band. Gehört habe ich sie zum ersten Mal auf dem Münchner Stadtgründungsfest vor zwölf Jahren und danach an manch einem Samstagnachmittag auf dem Green Farm Festival, das von 2010 bis 2018 auf dem Hauslerhof im Hallbergmoos stattfand. Auch in den Gemeindezentren des Münchner Umlandes ist diese Gruppe ein gern gesehener Gast. Was ihr musikalisches Fundament und ihre Wurzeln anbelangt, kommt die Burning Biscuit Band von der irischen und schotischen Folk-Musik her. Doch nur einer von ihnen stammt und kommt tatsächlich aus Irland: Colm O’Tuama, der die Alt-Blockflöte und die Tin Whistle ebenso gestochen präzise wie rasant spielt und bei den klassischen Pub-Songs den Leadgesang übernimmt, mit dem rollenden, kernigen Akzent des Nordens. Die Haupt-Leadsängerin Suzanne Booth und Paul Richards an der Gitarre, der Mandoline und der Konzertina (der kleinen Verwandten der diatonischen Ziehharmonika) kommen ursprünglich aus England, und Klaus Lamar an der Geige und Jim Klopfenstein am Kontrabass sind Deutsche. Was alle fünf Bandmitglieder gemeinsam haben: Sie lernten einander im Großraum München kennen, spielen inzwischen bereits seit zwanzig Jahren in unveränderter Besetzung zusammen, und ihnen bedeutet ihre Musik an sich und ihre Unabhängigkeit und Freiheit, zu singen und zu spielen, was und wie sie wollen, mehr als Gagen und Ruhm. Sonst würde die Burning Biscuit Band längst in den großen Stadien der Welt spielen!


Die Burning Biscuit Band - Der Keks brennt wieder!
 

Ebenso wie von der bunten Fülle der Farben, Stoffe und Aromen lebt das Tollwood auch von den vielen Live-Bands, die auf den Musikbühnen spielen, ohne dass es das Publikum einen Cent kostet. Gut, in der Regel schlürft man sein Getränk und hat sein Essen vor sich; aber für die vielen Live-Gigs zahlt man - mit Ausnahme des großen Musikzeltes am Eingang des Geländes, das immer das rote “Tollwood”-Logo trägt - keinen Eintritt.

So bunt und vielfältig wie die Ware an den Ständen und Buden des Marktes ist auch die Musik, die man zu hören bekommt: Vom Rock der 1960er und 1970er Jahre über beliebte Pop-Acts der 1980er bis 1990er bis zu Folk-Musik aus aller Herren Länder hört man hier alle musikalischen Genres und Epochen. Eines aber gilt für alle Musikerinnen und Musiker: Ihre Melodien und Rhythmen kommen weder aus der Soundanlage noch aus dem Computer. Sie singen und spielen live, haben nichts als ihre Verstärker und ihre Instrumente.

Und zu meiner großen Freude stolperte ich am ersten Tollwood-Samstag über eine der besten Live-Bands, die in und um München unterwegs sind: die Burning Biscuit Band.

Gehört habe ich sie zum ersten Mal auf dem Münchner Stadtgründungsfest vor zwölf Jahren und danach an manch einem Samstagnachmittag auf dem Green Farm Festival, das von 2010 bis 2018 auf dem Hauslerhof im Hallbergmoos stattfand. Auch in den Gemeindezentren des Münchner Umlandes ist diese Gruppe ein gern gesehener Gast.

Was ihr musikalisches Fundament und ihre Wurzeln anbelangt, kommt die Burning Biscuit Band von der irischen und schotischen Folk-Musik her. Doch nur einer von ihnen stammt und kommt tatsächlich aus Irland: Colm O’Tuama, der die Alt-Blockflöte und die Tin Whistle ebenso gestochen präzise wie rasant spielt und bei den klassischen Pub-Songs den Leadgesang übernimmt, mit dem rollenden, kernigen Akzent des Nordens.

Die Haupt-Leadsängerin Suzanne Booth und Paul Richards an der Gitarre, der Mandoline und der Konzertina (der kleinen Verwandten der diatonischen Ziehharmonika) kommen ursprünglich aus England, und Klaus Lamar an der Geige und Jim Klopfenstein am Kontrabass sind Deutsche.

Was alle fünf Bandmitglieder gemeinsam haben: Sie lernten einander im Großraum München kennen, spielen inzwischen bereits seit zwanzig Jahren in unveränderter Besetzung zusammen, und ihnen bedeutet ihre Musik an sich und ihre Unabhängigkeit und Freiheit, zu singen und zu spielen, was und wie sie wollen, mehr als Gagen und Ruhm. Sonst würde die Burning Biscuit Band längst in den großen Stadien der Welt spielen!

Was sie aber zu wahren Könnern und einer der besten Live-Bands im Münchner Raum überhaupt macht: Dieses fünfblättrige Kleeblatt kann nicht nur reelen und jiggen, sondern auch rocken, grooven und sogar swingen. Das verdankt dieses Quintett nicht nur dem traumwandlerisch sicheren Gefühl für Rhythmus und Stimmung, mit dem sie spielen, sondern vor allem der tiefen, volltönenden und zugleich weichen Stimme von Suzanne Booth.

Man sollte meinen, eine Sängerin kann entweder Folk oder Blues singen, aber nicht beides, denn diese beiden Musikstile erfordern völlig unterschiedliche Klangfarben und Schattierungen der Stimme. Aber sie kann und hat beides, den Folk und den Blues! Wer sie einmal mit dem traditionellen schottischen Lied Mo Ghile Mear oder mit dem Donna-Summer-Song Hot Stuff gehört hat, weiß, was ich meine.

Doch eines hat die irische und schottische Folk-Musik mit dem Blues und Soul gemeinsam: Sie steigt aus dem Urgrund der Seele, aus einer tief empfundenen Stimmung heraus und steht voll und ganz hinter dem, was sie herüberbringt; und das spürt man in der Stimme der Leadsängerin und in den Stimmen und dem Spiel ihrer Bandkollegen bei jedem Song.

Als zwei Jahre hintereinander die Feierlichkeiten um den St. Patrick’s Day und auch die sonstigen Festivals der Folk-Szene ausgesetzt waren, tat es mir gerade um diese Gruppe von Herzen leid, denn sie war und ist von jeher eine Live-Band, und ihre Mitglieder leben zwar nicht von, aber für ihre Musik.

Zwei Jahre lang habe ich von der Burning Biscuit Band nichts gesehen und gehört; und am ersten Tollwood- Wochenende, an dem ich weder gezielt nach ihr gesucht noch sie erwartet habe, taucht sie aus der Versenkung auf und singt und spielt mit Schwung, Freude und Herzblut wie eh und je!

Ihr Glanzstück ist The Red-Green Bough, ein irisches Scherz- und Abzähl-Lied, das ähnlich funktioniert wie unser bayerisches Schnadahüpferl Drunt’ in der greana Au:

In der Au steht ein Birnbaum, am Baum hängt ein Ast, am Ast ein Zweig, am Zweig ein Blatt, auf dem Blatt sitzt ein Vogel... Von einer Strophe zur nächsten wird die Kette der Begriffe, die rückwärts aufzuzählen sind, länger und länger, und der Refrain

“Drunt’ in der greana Au
steht a Birnbaum, schau, schau, juchhe!
Drunt’ in der greana Au
steht a Birnbaum, schau, schau!”


hält das Lied gewissermaßen zusammen.

Doch während Drunt’ in der greana Au in einem gemütlichen, ja gemächlichen langsamen Walzer dahin schaukelt, kommen in The Red-Green Bough die Strophen wesentlich rasanter heraus, ja, nehmen eine derart halsbrecherische Geschwindigkeit an, dass man sich wundert, dass sich nicht mittendrin die Zunge von Colm O’Tuama heillos verhakt und verknotet. Und der Refrain ist weniger ein Ruhepunkt als ein Atem- und Schwungholen für die nächste Runde:

“Ho, ho, the red-green bough
blooms down in the valley-o!
Ho, ho, the red-green bough
blooms down in the valley-o!”


Lange Rede, kurzer Sinn: Der Keks brennt wieder, und wie!



27.02.2022 - "I Will Always Love You" von Whitney Houston
Dieses Gesetz, diese Naturgewalt lässt sich nun einmal mit Worten und menschlichen Regeln und Gesetzen weder erfassen noch unter Kontrolle bringen. Im Grunde wissen doch die meisten von uns, wie es ist: Frau lernt einen kennen, der zuerst etwas Befremdendes an sich hat, weil er in keine der Schubladen passt, in die man sonst die Menschen in seinem Freundes- oder Bekanntenkreis einsortiert. Doch zugleich hat er etwas an sich, das einen zunehmend anzieht, ja fesselt. Dann will Frau dieses neue Gegenüber kennenlernen, mehr über ihn erfahren und beginnt, den anderen in Gedanken zu studieren, so lange, bis ihr Studium auf die Gefühlsebene übergreift und bald eine Eigendynamik entwickelt. Irgendwann, aus irgendeinem Anlass fällt der zündende Funke, und man geht lichterloh in Flammen auf. Auf einmal ist der andere mehr, als irgendein Mensch auf der Welt jemals sein wird, und ihm geht es genauso... Nur bewegen sie und er sich in verschiedenen Kreisen und Umfeldern, haben andere Lebens- und Alltagsrhythmen, stehen vor den Anforderungen, die Beruf, Familie und Umgebung mit sich bringen. Auf Dauer kann es für beide auf Dauer kein Glück, geschweige denn ein Zusammenleben geben; früher oder später kehrt jeder zurück in das Seine und führt sein Leben weiter.


I Will Always Love You

von Whitney Houston

Dieses Gesetz, diese Naturgewalt lässt sich nun einmal mit Worten und menschlichen Regeln und Gesetzen weder erfassen noch unter Kontrolle bringen.

Im Grunde wissen doch die meisten von uns, wie es ist:

Frau lernt einen kennen, der zuerst etwas Befremdendes an sich hat, weil er in keine der Schubladen passt, in die man sonst die Menschen in seinem Freundes- oder Bekanntenkreis einsortiert. Doch zugleich hat er etwas an sich, das einen zunehmend anzieht, ja fesselt.

Dann will Frau dieses neue Gegenüber kennenlernen, mehr über ihn erfahren und beginnt, den anderen in Gedanken zu studieren, so lange, bis ihr Studium auf die Gefühlsebene übergreift und bald eine Eigendynamik entwickelt. Irgendwann, aus irgendeinem Anlass fällt der zündende Funke, und man geht lichterloh in Flammen auf. Auf einmal ist der andere mehr, als irgendein Mensch auf der Welt jemals sein wird, und ihm geht es genauso...

Nur bewegen sie und er sich in verschiedenen Kreisen und Umfeldern, haben andere Lebens- und Alltagsrhythmen, stehen vor den Anforderungen, die Beruf, Familie und Umgebung mit sich bringen. Auf Dauer kann es für beide kein Glück, geschweige denn ein Zusammenleben geben; früher oder später kehrt jeder zurück in das Seine und führt sein Leben weiter.

Doch eine kurze kostbare Zeit lang haben beide gespürt, dass das Leben mehr ist als eine Kette von Konventionen und die Erfüllung von Pflichten, dass es etwas Höheres und Tieferes gibt, von dem ihr Leben wie von einem unauslöschlichen Licht überstrahlt und durchdrungen wird.

Dann spielt es keine Rolle, ob man zusammen ist und lebt oder nicht: Die geistig-seelische Verbundenheit, das Wissen und Verstehen, dass einer zum anderen gehört, die Tatsache, dass es jemanden gibt, der einem etwas Großes und Wundervolles gebracht hat - all dies wird bis ans Ende des Lebens zählen und bleiben.

Davon handelt der Song I Will Always Love You am Ende des Films Bodyguard, mit dem Whitney Houston in die Unsterblichkeit eingegangen ist.

Letzten Endes geht es um eine Liebe, die so kostbar und wertvoll ist, dass sie keine Bedingungen stellt; dass sie nicht Habenwollen bedeutet, sondern das Glück und Wohlergehen des geliebten Lebensmenschen im Sinn hat. Eine solche Liebe erscheint wie ein strahlendes Licht, das flutend und gleißend bis zum Himmel emporsteigt, ja, ihn mit seiner überwältigenden Kraft sprengt und den Widerschein von etwas Großem, Übermächtigem in sich birgt.

Dieses Empfinden und die Sehnsucht danach ist es, was den Begriff der Liebe bis heute am Leben erhalten hat, so dass sie trotz aller widriger Umstände im Wesen und Sein des Menschen nie erloschen ist.

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Wild is the Wind

von Nina Simone


Wo Whitney Houston in I Will Always Love You das zeitlose, alles Irdische überstrahlende Element der Liebe zum Ausdruck bringt, beschreibt Wild is the Wind eher, wie sich dieses Element im Körper und in den Sinnen anfühlt, solange es von zwei Liebenden gelebt wird.

Es ist ein stilles, leises Lied, eher ein Chanson, nur vom Klavier begleitet, mal mit sanft und flüchtig hingetupften Akkorden, mal mit leicht und fließend rieselnden Läufen.

Vor allem aber wird es getragen von der weichen, vollen und sanften Stimme von Nina Simone, die weder strahlt noch gar im Triumph aufgleißt, aber aus einem ebenso stillen wie tiefen Empfinden heraus spricht.

Schwerelos und traumwandlerisch gleitet ihre Stimme dahin, so als würden zwei Menschen von einem ebenso sanften wie machtvollen Wind getragen und gehalten. Zugleich verströmt sie eine tiefgehende Glut, die von der still aber beharrlich brennenden Flamme auf dem Grund des Herzens und des Körpers spricht, mit und von der zwei Liebende leben und die sie verbindet.

Wo immer zwei Menschen zu einem Fühlen und Empfinden werden, verwandelt sich Liebe in eine Art Mantel, der beide warm, sicher und sanft einhüllt.

In diesem schützenden, wärmenden Kokon halten sie einander umschlungen und tauchen tief hinab in ein umfassende Wärme und Weichheit, in der es keine Angst, keine Gefahr, keine Berdohung irgendwelcher Art gibt, in der sie nichts anderes brauchen und wollen als einander und die stille, tiefe Glut, die beide vereint, durchdringt und umschlungen hält.

Genau darin liegt der ewige Zauber der Liebe geborgen.



27.02.2022 - Total Eclipse of the Heart / Totale Finsternis
Zu allen Zeiten der Geschichte hat es Menschen gegeben, die auf Grund ihrer besonderen Fähigkeiten und ihres Lebensweges außerhalb oder in gewisser Weise himmelhoch über gesellschaftlichen Normen standen. Der Geist solcher Menschen ist so reich an Wissen, Erfahrungen und Erkenntnissen, dass sie andere Menschen wie Magneten an sich ziehen und zugleich mit ihrer Einzigartigkeit irritieren, ja erschrecken; und das gilt sowohl für Männer als auch für Frauen. Eine junge Frau, die am Anfang der Entwicklung ihres Geistes und Gemütes steht, wird sich von solch einem Mann unwiderstehlich angezogen fühlen und ihm erliegen, weil sie spürt, dass sie durch und mit diesem Mann das Leben in größerer Fülle und Tiefe als viele andere Frauen in ihrem Umfeld ermessen wird. Zugleich wird sie diese Fülle und Tiefe fürchten und vor ihr zurückschrecken, weil sie dadurch nicht selten an die Grenzen ihrer geistig-seelischen Kräfte gerät. Von einer solchen Konstellation handelt der Song "Total Eclipse of the Heart", der zuerst - Mitte der 1980er Jahre, als er herauskam - von Bonnie Tyler gesungen und Ende der 1990er Jahre im Musical "Tanz der Vampire" unter dem Titel "Totale Finsternis" von Cornelia Zenz und Steve Barton in unvergleichlicher Weise auf seine höchste Ebene gebracht wurde.


Total Eclipse of the Heart /

Totale Finsternis


Zu allen Zeiten der Geschichte hat es Menschen gegeben, die auf Grund ihrer besonderen Fähigkeiten und ihres Lebensweges außerhalb oder in gewisser Weise himmelhoch über gesellschaftlichen Normen standen.
Der Geist solcher Menschen ist so reich an Wissen, Erfahrungen und Erkenntnissen, dass sie andere wie Magneten an sich ziehen und zugleich mit ihrer Einzigartigkeit irritieren, ja erschrecken; und das gilt sowohl für Männer als auch für Frauen..

Eine junge Frau, die am Anfang der Entwicklung ihres Geistes und Gemütes steht, wird sich von solch einem Mann unwiderstehlich angezogen fühlen, weil sie spürt, dass sie durch und mit diesem Mann das Leben in größerer Fülle und Tiefe als viele andere Frauen in ihrem Umfeld ermessen wird.

Zugleich wird sie diese Fülle und Tiefe fürchten und vor ihr zurückschrecken, weil sie dadurch an die Grenzen ihrer geistig-seelischen Kräfte gerät.

Von einer solchen Konstellation handelt der Song Total Eclipse of the Heart, der zuerst - Mitte der 1980er Jahre, als er herauskam - von Bonnie Tyler gesungen und Ende der 1990er Jahre im Musical Tanz der Vampire unter dem Titel Totale Finsternis von Cornelia Zenz und Steve Barton auf seine höchste Ebene gebracht wurde:

Ein junges, unerfahrenes Mädchen an der Schwelle zur Frau, in deren Gemüt die Sehnsucht nach sinnlichem Erleben und Erfüllung zu gären, ja zu sieden beginnt, wird von einem geheimnisvollen Fremden umworben und eingeladen, als Ehrengast in sein Reich einzutreten.

Er weiß und versteht viele Dinge, vor allen den Drang eines von seinen Eltern auf Schritt und Tritt behüteten und bewachten Mädchens nach Freiheit und Weite. Und genau das verspricht er ihr.

Zugleich fürchtet sie die Macht, die von ihrem geheimnisvollen Verehrer ausgeht; weil sie ahnt, dass sie in Flammen und Rauch aufgehen wird, wenn sie seinem Werben tatsächlich erliegt und sich ihm hingibt...

Und doch ist da etwas in ihr, das ihm folgen will, egal, wohin er sie führt; etwas, das der Tiefe, Reife und Erfahrung vertraut, die sie in seinem Wesen spürt, so als sähe sie iin ihm eine Art Übervater, der ihren Geist und ihre Seele erzieht und formt und zugleich birgt und schützt.

Solche Beziehungen gehören beileibe nicht nur dem Reich der Phantasie an.

So wie oben geschildert war beispielsweise das Verhältnis zwischen dem Astronomen, Mathematiker und Philosophen Georg Christoph Lichtenberg und Johanna Stechard, der “Jungfer Stechardin”, die ihn bei seinen Forschungen und der Erstellung seiner Traktate tatkräftig zur Seite stand;

zwischen Friedrich Wilhelm von Preußen und seiner Gemahlin Luise, die nicht müde wurden, einander und allen Menschen in ihrer Umgebung zu versichern, dass sie einander glücklich und zufrieden machten;

und zwischen Johann Wolfgang von Goethe und Christiane Vulpius, die er dafür schätzte, dass sie sein Haus und Leben mit Behaglichkeit erfüllte, und die ihn wiederum sowohl für seinen Geist als auch für seine Qualitäten als Liebhaber verehrte.

All diese Paare wurden zeit ihres gemeinsamen Lebens ebenso bewundert wie sie umstritten waren.

Viele Außenstehende, die sie kannten, haben gerätselt, was gerade diese beiden zusammenführte, und ob und wie lange ihre Beziehung gutgehen würde.

Doch gerade bei den vorgenannten Paaren hielt die Beziehung, bis die innig und zutiefst geliebte Partnerin starb und eine Lücke hinterließ, die später keine andere mehr schließen konnte...

 



27.02.2022 - Was macht Liebe mit Menschen? Auf zur Damenrunde!
Aus meiner Sicht liegt, was das Verhältnis von uns Menschen zur Liebe angeht, ein himmelweiter Unterschied darin, ob sie von Außenstehenden beobachtet oder von zwei Betroffenen erlebt wird. Freunde, Bekannte oder Nachbarn, die ein Liebesverhältnis mitbekommen und beide Partner kennen, betrachten sie von außen und kennen die beiden Persönlichkeiten, die aufeinander- getroffen sind. Daher sind sie schnell bereit, Schlüsse zu ziehen und Prognosen zu stellen: “Was? Die zwei gehen miteinander? Die sind doch wie Feuer und Wasser!” oder “Da prallen zwei Welten aufeinander!” oder “Das geht gerade mal ein Jahr gut, wenn überhaupt!” Neben Politik und Arbeitswelt gibt es kaum einen Themenkomplex, bei dem Menschen derart zum Bewerten und Psychologisieren neigen wie bei Liebesbeziehungen und ganz genau wissen, wie sie sich anstelle des Partners oder der Partnerin verhalten würden: “Das würde ich nie tun!” oder “So dürfte sie/er mir nicht kommen!”... Doch zwei, die aufeinander getroffen sind und einander “erwischt” haben, erleben und erfahren Liebe jedes Mal aufs Neue als etwas Einmaliges und Besonderes. Je nach den Persönlichkeiten, die einander begegnen, entwickelt jede Liebesbeziehung ihre eigenen Gesetze und Dynamiken; und diese möchte ich in der von mir versprochenen “Damenrunde” anhand von vier weiteren Liedern greif- und spürbar machen.


Was macht Liebe mit Menschen?

Auf zur Damenrunde!


Aus meiner Sicht liegt, was das Verhältnis von uns Menschen zur Liebe angeht, ein himmelweiter Unterschied darin, ob sie von Außenstehenden beobachtet oder von zwei Betroffenen erlebt wird.

Freunde, Bekannte oder Nachbarn, die ein Liebesverhältnis mitbekommen und beide Partner kennen, betrachten sie von außen und kennen die beiden Persönlichkeiten, die aufeinander- getroffen sind.

Daher sind sie schnell bereit, Schlüsse zu ziehen und Prognosen zu stellen: “Was? Die zwei gehen miteinander? Die sind doch wie Feuer und Wasser!” oder “Da prallen zwei Welten aufeinander!” oder “Das geht gerade mal ein Jahr gut, wenn überhaupt!”

Neben Politik und Arbeitswelt gibt es kaum einen Themenkomplex, bei dem Menschen derart zum Bewerten und Psychologisieren neigen wie bei Liebesbeziehungen und ganz genau wissen, wie sie sich anstelle des Partners oder der Partnerin verhalten würden: “Das würde ich nie tun!” oder “So dürfte sie/er mir nicht kommen!”...

Doch zwei, die aufeinander getroffen sind und einander “erwischt” haben, erleben und erfahren Liebe jedes Mal aufs Neue als etwas Einmaliges und Besonderes.

Je nach den Persönlichkeiten, die einander begegnen, entwickelt jede Liebesbeziehung ihre eigenen Gesetze und Dynamiken; und diese möchte ich in der von mir versprochenen “Damenrunde” anhand von vier weiteren Liedern greif- und spürbar machen.



12.02.2022 - "Bridge Over Troubled Water" von Simon & Garfunkel
Es war im Zusammenhang mit dem Konzert im Central Park von 1983, und die Mädchen aus meiner Klasse und ich waren fünfzehn Jahre alt, als ich von einer meiner Mitschülerinnen die Gesamtaufnahme dieses Konzerts erhielt, die sie auf Kassette aufgenommen hatte - mit aufrichtiger Empfehlung und dem Hinweis, dass man sich in die Musik von Paul Simon und Art Garfunkel erst hineinhören müsse; sie würde bei mehrfachem Hören von Mal zu Mal besser. Diese Einschätzung kann ich noch heute unterschreiben, denn die Songs dieses Duos zeichnen sich weder durch einprägsame Ohrwurm-Melodien noch durch einen dominanten Rhythmus aus. Leise, ja geradezu unauffällig fließen sie dahin, meist nur begleitet von der Folk-Gitarre von Paul Simon und getragen von der ebenso reinen wie sanften Stimme von Art Garfunkel, die irgendwie die Ergänzung durch die dünnere und doch zugleich schärfere Stimme seines “Sangesbruders” zu brauchen scheint. Doch je länger man ihnen zuhört, desto mehr bringen einen die Texte ihrer Lieder zum Nachdenken, und desto tiefer versinkt man in dem warmen weichen Klangteppich, den ihre Stimmen ausbreiten, ein wenig so, als treibe man mit diesem Teppich auf einem ruhig dahinfließenden Strom dahin.


Bridge Over Troubled Water

von Simon & Garfunkel


Es war im Zusammenhang mit dem Konzert im Central Park von 1983, und die Mädchen aus meiner Klasse und ich waren fünfzehn Jahre alt, als ich von einer meiner Mitschülerinnen die Gesamtaufnahme dieses Konzerts erhielt, die sie auf Kassette aufgenommen hatte - mit aufrichtiger Empfehlung und dem Hinweis, dass man sich in die Musik von Paul Simon und Art Garfunkel erst hineinhören müsse; sie würde bei mehrfachem Hören von Mal zu Mal besser.

Diese Einschätzung kann ich noch heute unterschreiben, denn die Songs dieses Duos zeichnen sich weder durch einprägsame Ohrwurm-Melodien noch durch einen dominanten Rhythmus aus. Leise, ja geradezu unauffällig fließen sie dahin, meist nur begleitet von der Folk-Gitarre von Paul Simon und getragen von der ebenso reinen wie sanften Stimme von Art Garfunkel, die irgendwie die Ergänzung durch die dünnere und doch zugleich schärfere Stimme seines “Sangesbruders” zu brauchen scheint.

Doch je länger man ihnen zuhört, desto mehr bringen einen die Texte ihrer Lieder zum Nachdenken, und desto tiefer versinkt man in dem warmen weichen Klangteppich, den ihre Stimmen ausbreiten, ein wenig so, als treibe man mit diesem Teppich auf einem ruhig dahinfließenden Strom dahin.

Seit so langer Zeit leben und wirken sie getrennt voneinander, doch wenn sie sich im Lauf der Jahre dann und wann zusammentun - meist im New Yorker Central Park -, zeigt es sich jedes Mal aufs Neue, dass der eine ohne den anderen ganz einfach nicht denkbar ist, weil ihre Stimmen einander so passgenau ergänzen wie bei wenigen anderen Duett-Sängerinnen und Sängern, und weil einer genau weiß, wie der andere in musikalischer Hinsicht tickt und was er will.

Und von ihren Songs war es die Ballade Bridge Over Troubled Water, die mich zu der Zeit, als ich erstmals mein Zuhause verließ und meine Ausbildung in Coburg und später in Erlangen absolvierte, am meisten ansprach und durch diese Zeit begleitete.

Die Melodie gehört nicht zu denen, die man sich leicht merken kann, denn sie kennt kein in sich geschlossenes Leitmotiv, sondern spinnt sich fast ohne Wiederholung unaufhaltsam fort, und der Rhythmus, der sich der Entwicklung der Melodie unterordnet, ist hochkomplex, so dass man diesen Song nicht auf Anhieb nach- oder mitsingen kann.

Doch zugleich scheint die sanfte, ruhige Stimme von Art Garfunkel eine Art Decke auszubreiten, die einen wärmt und hält.

Und davon handelt letzten Endes diese Ballade: dass jemand, der seine Partnerin wirklich liebt, gerade in schweren Zeiten zu ihr hält. Denn wahre Liebe hat das Wohlergehen des geliebten Lebensmenschen im Sinn, ist da und steht ihr oder ihm in der Not bei.

Und wenn es im Leben vorangeht und sich alles bestens entwickelt, ist er oder sie auch da, freut sich am Glück und Erfolg des anderen und trägt beides mit - ist das, was bleibt, auf das man jeder Lage zählen kann.

Was kann man mehr und besseres von einem Liebenden oder der Liebe verlangen...?