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Blog

Weggefährten

Von jenen, die mich in meiner Entwicklung am stärksten geprägt haben, möchte ich in meinen Beiträgen erzählen...



Vorwort zu meinem Blog-Bereich „Weggefährten“

Es gibt Neues von mir! Zwischen dem 16. und 31. Dezember 2019 ist mein neues Buch „Weggefährten – Eine kleine Dankmusik“ erschienen, dessen Kapitel zugleich die Beiträge dieses Blog-Bereiches sind.

„Weggefährten“ entspringt einem ähnlichen Bedürfnis wie mein Vorgängerwerk „EUROPRISMA – Meine Seelenreisen“, nur möchte ich diesmal nicht Städten und Ländern danken, in denen ich zu Gast war. Diesmal geht es mir um Persönlichkeiten und Phänomene des 20. Jahrhunderts – einige gehen noch ein bisschen weiter zurück -, die mich zu der gemacht haben, die ich heute bin.

Natürlich kann man sagen: Was man wird und was man aus sich und seinem Leben macht, liegt in der eigenen Verantwortung. Gewiss. Doch zur geistig-seelischen Entwicklung eines Menschen gehören ebenso inspirierende oder gar entscheidende Anstöße und Impulse von außen.

Von jenen, die mich in meiner Entwicklung am stärksten geprägt haben, möchte ich in meinen Beiträgen erzählen und würde mich freuen, wenn auch IIhr mit einsteigen und von euren entscheiden-den Impulsgebern oder Wegweisern erzählen würdet.


17.09.2020 - Mein Traum von Afrika
Wohl ein jeder Mensch hat einen ganz bestimmten Traum oder mehrere; und einer meiner größten und langjährigsten Träume ist es, einmal durch Kenia oder Namibia oder Südafrika zu reisen, die Farben und Formen der Savanne zu sehen, eine Herde Gnus, Büffel oder Elefanten, die an mir vorüberzieht, vielleicht einen Leoparden in einem Baum und eine Giraffe darunter, und nachts in einer Lodge unter dem Moskitonetz zu liegen und das tiefe, raue, langgezogene Brüllen der Löwen zu hören – für mich der Laut der Wildnis schlechthin.


Mein Traum von Afrika


Wenn das Buch Afrika, dunkel lockende Welt der Baronin Karen Christiansen Dinesen oder der Film Jenseits von Afrika mit den Worten beginnt: „Ich hatte eine Farm in Afrika am Fuß der Ngong-Berge…“, schwingt von den ersten Worten an die unendliche Sehnsucht nach dem schwarzen Kontinent mit, die sich durch das gesamte Buch und den Film zieht.

Zwanzig Jahre hat sie im kenianischen Hochland gelebt, eine Kaffeeplantage betrieben und geleitet, sich für das Wohlergehen und die Rechte der Kikuju eingesetzt, die auf ihrem Land lebten, ihre Gäste aus Nairobi und Mombasa in ihrem Haus mit erlesenen Gerichten verwöhnt und mit ihren selbst erfundenen Geschichten unterhalten, bis Missernten, Unglücksfälle und der Fall der Kaffeepreise dazu führten, dass sie ihre Farm und ihr Haus nicht mehr halten konnte, ihr Hab und Gut verkaufen musste, um ihre Schulden zu tilgen, und schweren Herzens zum Sitz ihrer Familie nach Dänemark zurückkehren musste.

Doch das Hochland unter dem Gipfel des Mount Kenia, die Weiten der Serengeti und der Massai Mara und die Scharen von Flamingos und Pelikanen über dem Ngorongoro-Krater sind in ihren Erinnerungen bei ihr geblieben und haben sie bis ans Ende ihres Lebens begleitet… Und so wird es mir wohl auch gehen.

Wohl ein jeder Mensch hat einen ganz bestimmten Traum oder mehrere; und einer meiner größten und langjährigsten Träume ist es, einmal durch Kenia oder Namibia oder Südafrika zu reisen, die Farben und Formen der Savanne zu sehen, eine Herde Gnus, Büffel oder Elefanten, die an mir vorüberzieht, vielleicht einen Leoparden in einem Baum und eine Giraffe darunter, und nachts in einer Lodge unter dem Moskitonetz zu liegen und das tiefe, raue, langgezogene Brüllen der Löwen zu hören – für mich der Laut der Wildnis schlechthin.

Gerne würde ich auch etwas von den Stämmen sehen, die dort leben: die Gewänder und den Schmuck der Massai oder Kikuju oder Zulu oder Xhosa, ihre Dörfer und Hütten auf dem Land, das ihnen gehört, und es wäre mir eine Ehre, wenigstens als Gast an einem ihrer Feste mit Gesang und Tanz teilnehmen zu dürfen.

Auf der anderen Seite: Was haben wir Europäer – Briten und Franzosen, Holländer, Belgier und Deutsche, alle waren daran beteiligt – dem schwarzen Kontinent und seinen Menschen angetan? Uns rücksichtslos in dem Land ausgebreitet, das ihnen gehört, seine Schätze an Kupfer, Silber, Gold und Diamanten geplündert, uns als ihre Herren und Besitzer ihren Grund und Boden unter den Nagel gerissen oder sie als Missionare zu unserer Lebensweise und zum Christentum bekehrt. Und seit dem frühen 17. Jahrhundert wurden Afrikaner in Scharen verschleppt und über den Atlantik nach Amerika entführt, wo Weiße angelsächsischer oder irischer Abstammung sie zu Dienern und Sklaven ohne Rechte und Besitz machten.

Verbrechen, die zum Himmel schreien und sich über Jahrhunderte hingezogen haben, und eine Anmaßung, die jeglicher Beschreibung spottet.

Denn auf dem Kontinent Afrika leben völlig unterschiedliche Völker und Stämme, und jedes Volk, jeder Stamm hat seine Sprache und Kleidung, seine Sitten und Gebräuche, seine Geschichte und seine gesellschaftlichen Regeln, nicht anders als in Europa; und dies ist wohl auch der Grund, weshalb es den Afrikanern nur selten und auch nur zum Teil gelungen ist, Einigkeit zu erzielen, um sich gemeinsam und mit vereinten Kräften von den Weißen zu befreien, die immer noch ihre Bodenschätze plündern, Stämme gegeneinander ausspielen und mit Waffen versehen, um sie weiter auszunützen und zu übervorteilen.

In den Vereinigten Staaten war ihre Situation von Grund auf anders: Dort gab es für die Afro-Amerikaner, die man aus ihrem Land und damit auch aus ihrem kulturellen Grund und Boden entwurzelt hatte, einen gemeinsamen Feind, und das waren die weißen Herren dieses riesigen neuen Kontinents, die sie auf ihren Plantagen und in ihren Häusern für nichts arbeiten ließen und sie prügelten und auspeitschten oder sie an ein brennendes Kreuz oder einen Baum hängten, wenn sie sich wehrten.

Bücher wie Onkel Toms Hütte von Harriet Beecher-Stowe oder im 20. Jahrhundert Roots und Queenie von Alex Haley und die Serien, die auf der Grundlage dieser Bücher entstanden, haben die Geschichte des anderen, schwarzen Amerika erzählt. Liest man die Bücher oder sieht sich die Serien an, erwächst aus ihnen die Erkenntnis, dass heute Schwarze und Weiße in den USA vordergründig vor dem Gesetz gleich sein mögen, dass die Afro-Amerikaner aber in Wahrheit immer noch Tag für Tag, Jahr für Jahr zäh und erbittert um ihre Menschen- und Bürgerrechte kämpfen.

Wie ertragen und überstehen Menschen jahre- und lebenslange Diskriminierung, Entrechtung und Unterdrückung?

Vielleicht, weil Afrikaner und Afro-Amerikaner seit jeher zwei Wesenszüge gemeinsam haben:

Zum einen das Bewusstsein dafür, dass die Elemente dieser Erde und alles, was auf ihr wächst und lebt, von geistigen Instanzen erschaffen wurden und von ihnen beseelt sind, die zwar weder sichtbar noch hörbar sind, sich aber in der Natur und im Lauf des Jahres mit seinen Regen- und Trockenzeiten, mit seinem Keimen, Reifen und Vergehen ständig zeigen.

Zum anderen das Feiern dieser Zyklen der Natur und des menschlichen Daseins - Geburt, Initiation, Zeugung bzw. Niederkunft und Tod – mit Gesang, Instrumenten und Tanz.

Gewiss kennen auch wir Europäer Lieder, Rhythmen und Tänze, aber für uns hat das immer etwas Abstraktes, Ungreifbares. Wir lesen die Noten eines Liedes bzw. hören auf das, was uns jemand vorspielt und klammern uns an diese Noten und Takteinheiten, wenn wir Lieder singen und Musikstücke spielen, wie an ein Gerüst, von dem wir nur ja nicht fallen dürfen.

Auch Afrikaner und Afro-Amerikaner kennen Noten und Takteinheiten, halten sie aber nie ein, liegen für unser europäisches Empfinden immer einen Achtel- oder Viertelton darüber, darunter oder daneben, einen Achtel- oder Vierteltakt voraus oder zurück, ohne dass es sie je aus dem Rhythmus und dem Fluss der Melodie bringt.

Sie singen, musizieren und tanzen, als sei Musik neben Feuer, Wasser, Luft und Erde das fünfte Element, das ihnen schon seit jeher gehört hat, in und mit dem sie leben. In dieser Verbindung zum fünften Element – und damit zu den anderen Elementen dieser Welt und der Erde selbst – liegt eine Kraft und Energie, die ihnen niemand nehmen kann.

Aus diesem Grund möchte ich in im Bereich „Musik und Emotionen“ Künstlerinnen vorstellen, über die ich in letzter Zeit gestolpert bin und die – jede auf ihre eigene und unverwechselbare Weise – ihre Spuren in mir hinterlassen haben.



14.08.2020 - Charles Albertus - Die wandelnde One-Man-Show
Der großen weiten Welt sagt der Name Charles Albertus vielleicht nichts; aber in München war und ist er eine lokale Größe. Über viele Jahre hinweg  hat er den Chrysanthemenball – unser Münchner Pendant zum Wiener Opernball – und die Faschingsbälle im Silbersaal des Deutschen Theaters als Zeremonienmeister und Conferencier geleitet; und 2012 feierte er das 50-jährige Jubiläum seiner Tanzschule mit einer Gala im Stil der großen Hollywood-Revuen mit Fred Astaire, Ginger Rogers, Gene Kelly und Leslie Caron. In den 1950er und 1960er Jahren arbeitete er beim Einstudieren der Tanzchoreographien mit Caterina Valente, Silvio Francesco und anderen Showtänzern zusammen, und noch heute kennt er Jazz- und Swingmusiker aus den Big Bands, die einst Hugo Strasser und Max Greger geleitet haben. Und noch heute schickt er junge erfolgreiche Talente zur Deutschen Meisterschaft im Stepptanz, die nicht selten mit Preisen wiederkommen, und entdeckt und fördert in München und Umgebung junge musikalische Talente.


Charles Albertus Die wandelnde One-Man-Show


An dieser Stelle möchte ich einen „Weggefährten“ würdigen, den ich um 2009 kennengelernt und bei dem ich drei Jahre Unterricht im Stepptanz genommen habe, bis meine Fuß- und Kniegelenke den vielfältigen Belastungen, die mit dem Stepptanz einhergehen, nicht mehr Stand hielten, so dass ich den Unterricht aufgeben musste.

Doch noch viele Jahre danach – bis im Zuge des Corona-Lockdowns meine finanzielle Situation vorübergehend prekär wurde – habe ich ihn mit einer freiwilligen Unterrichtsgebühr pro Monat zumindest passiv weiter unterstützt, weil ich finde, dass dieser Mann es verdient.

Der großen weiten Welt sagt der Name Charles Albertus vielleicht nichts; aber in München war und ist er eine lokale Größe.

Über viele Jahre hinweg  hat er den Chrysanthemenball – unser Münchner Pendant zum Wiener Opernball – und die Faschingsbälle im Silbersaal des Deutschen Theaters als Zeremonienmeister und Conferencier geleitet; und 2012 feierte er das 50-jährige Jubiläum seiner Tanzschule mit einer Gala im Stil der großen Hollywood-Revuen mit Fred Astaire, Ginger Rogers, Gene Kelly und Leslie Caron.

In den 1950er und 1960er Jahren arbeitete er beim Einstudieren der Tanzchoreographien mit Caterina Valente, Silvio Francesco und anderen Showtänzern zusammen, und noch heute kennt er Jazzmusiker aus den Big Bands, die einst Hugo Strasser und Max Greger geleitet haben.

Und noch heute schickt er junge erfolgreiche Talente zur Deutschen Meisterschaft im Stepptanz, die nicht selten mit Preisen wiederkommen, und entdeckt und fördert in München und Umgebung junge musikalische Talente.

Was ihn aber für mich so bemerkenswert macht: Seit den 1950er Jahren ist er vom Stepptanz, Jazz und Swing besessen. Etwas anderes gab und gibt es für ihn nicht. Damit, davon und dafür lebt er.

Und so macht es ihm nichts aus, dass ihm abgesehen von den vielversprechenden Talenten in den Kinder- und Jugendklassen Abend für Abend jede Menge Amateure hinterherstolpern und doch nicht hinterherkommen. Aber all diese Amateure tragen durch ihre Anwesenheit im Unterricht sein Studio und seine Arbeit mit.

Auch kümmert er sich um alle Belange seines Studios selbst, nicht nur um die Pläne für die Säle und Gruppen, um die Tanzchoreographien und die dazu passenden Musikstücke. Ja, wenn es sein muss und Not am Mann ist, legt er sich unter seine sanitären Einrichtungen oder eine tropfende Spüle in seiner kleinen Bar und repariert sie selbst.

Nicht einmal seine Bandscheiben halten ihn auf Dauer davon ab, für seinen Tanz und sein Studio alles zu geben, was er hat und kann.

Als ich vor etwa zwei Jahren den Film „Sing“ sah und Buster Moon sah, den wackeren Besitzer und Intendanten seines Revuetheaters, fiel mir auf Anhieb Charles Albertus ein. Denn in ihrem Verhalten zu den auftretenden Künstlern; in der Art, wie sie eine Bühne betreten und ihre Präsenz entfalten; in ihrem aufopfernden Einsatz für ihre Kunst und ihr Theater; ja, sogar in ihrem Aussehen könnten Buster Moon und Charles Albertus Zwillinge sein. Nur, dass der eine ein Koalabär und der andere ein Mensch ist.



04.07.2020 - Mein Plädoyer für menschliche Werte und Menschenwürde
Eigentlich wollte ich an diesem Wochenende über andere Themen schreiben und sie hochladen; aber momentan liegen Tendenzen und Stimmungen in der Luft, die mir sagen, dass meine beiden folgenden Artikel, die ich parallel auch ins Englische bzw. ins Deutsche übersetzt habe, derzeit wichtiger und dringlicher sind. Der erste Artikel ist mein kleiner "Senf" zur allgemeinen Gemengelage in Deutschland, Europa und weltweit.


Mein Plädoyer für menschliche Werte und Menschenwürde

Seit Donald Trump zum Präsidenten der USA ernannt wurde und weltweit die Flüchtlingsströme immer mehr zugenommen haben – sprich, seit etwa 2015 – habe ich mich immer wieder gefragt, was Menschen in Deutschland, Europa und weltweit so bitter, unzufrieden und wütend macht, dass sie einander entweder verbal im Internet und den Social Media oder konkret auf den Straßen und Plätzen unserer Städte angreifen und zu Hackfleisch verarbeiten.

Heute glaube ich, es liegt hauptsächlich daran, dass sich etwa seit diesem Zeitpunkt eine geistige Strömung ausgebreitet hat, die alle Lebensbereiche erfasst und durchdringt und die Menschen ihrer Ziele, ihrer Orientierung und des Sinnes ihres Daseins beraubt, indem sie ihre Werte und Ziele als null und nichtig, als unnütz und sinnlos, ja, sogar als schädlich für uns und für künftige Generationen erklärt.

Dabei werden wir Menschen alle von Motivationsfaktoren angetrieben, nach denen wir uns ausrichten und in denen wir den Sinn unseres Daseins sehen:

Da sind die Faktoren der Seele, des Gemütes:

die Verbundenheit mit und Zuneigung zu Familienangehörigen und/oder Lebenspartnern und/oder Freunden und Bekannten, denen wir Solidarität und Empathie mit Worten, Gesten und Berührungen bekunden, wenn wir einander begegnen.

Da sind die Faktoren des Geistes, des Verstandes:

die Kenntnisse und Fähigkeiten, die wir uns im Lauf unseres Lebens teils bewusst aneignen und die teils auf Grund unserer Erfahrungen und Erkenntnisse in uns wachsen und reifen.

Und da sind die schöpferischen Prozesse, die Summe des Zusammenwirkens von Geist und Seele:

Ein Impuls oder Anstoß, der uns trifft und den Ansatz zu einem Gemälde oder einer Skulptur, zu einem Lied, einer Sonate oder einer Melodie, zu Sätzen und Absätzen auf dem Papier bzw. zu Szenen und Dialogen auf der Theaterbühne oder Kinoleinwand in uns weckt.

Diese drei elementaren Motivationsfaktoren begründen unsere menschlichen Werte; darin drückt sich unsere Menschenwürde aus. Nur nicht in Daten und Zahlen, die man in eine Anwendermaske oder ein Formular eingeben, die man als Daten- und Zahlenmaterial speichern und zu Statistiken auswerten und hochrechnen kann.

Und alles, was sich nicht in Daten und Zahlen um- und hochrechnen lässt, ist für diese geistige Strömung wert- und nutzlos. Daraus ist eine Ideologie der Negierung und Verachtung menschlicher Werte – sprich, des Zynismus - entstanden, die Politik und Wirtschaft, Kunst und Wissenschaft sowie alle Gesellschaftsschichten im Lauf weniger Jahre erfasst und durchdrungen hat.

Das ist es, was Menschen in Deutschland, in Europa, auf der ganzen Welt bemerken, erkennen und fühlen, ohne es in Worte fassen zu können.

Entweder ergeben sie sich, weil sie diesem allumfassenden Zynismus hilflos und ohnmächtig gegenüberstehen: dann vergeht ihr Geist und ihre Seele und erlischt schließlich.

Oder sie bäumen sich gegen diesen Zynismus auf und wehren sich entweder mit Worten oder mit physischer Gewalt gegen die geistig-seelische Vergewaltigung, die ihnen angetan wird.

Doch diese Ideologie der Negierung und Verachtung menschlicher Werte, dieser Zynismus stellt Gegenpole einander gegenüber, hebt ihre negativsten Eigenschaften hervor und malt sie an die Wand, spielt sie so gegeneinander aus und hetzt sie gegeneinander auf:

Analoge gegen Digitale, regional gegen international-Denkende, Nationalisten gegen Multikulturelle, Traditionsbewahrer gegen Innovative etc. etc.

Und so sehen diese Gegenpole im jeweils anderen Pol das Übel der Menschheit, das es auszurotten gilt, und gehen einander verbal oder körperlich an die Kehle, anstatt sich der Ideologie des Zynismus entgegenzustellen, die in wenigen Jahren zu einer Meinungsdiktatur herangewachsen ist, wie sie die Menschheit nie zuvor gekannt und erlebt hat!

Wie können wir dieser Ideologie der Menschenverachtung und des Zynismus, dieser Meinungsdiktatur entgegentreten und sie bekämpfen?

Noch gestern hätte ich mit dem walisischen Dichter Dylan Thomas gesagt:

„Do not go gentle into that good night.

Rage, rage against the dying of the light!“


Doch wenn wir der Ideologie des Zynismus mit Wut, Zorn und Hass begegnen, zerfleischen und vernichten wir nur einander und uns selbst.


Unser Kampf muss schlicht und einfach darin bestehen, dass wir weiter tun, was uns zu Menschen macht:

Einander unterstützen, zueinander stehen, einander Halt und Wärme geben und, wo und wann es möglich ist, einander ein wenig Freude und Glück bereiten.

Unsere Kenntnisse und Fähigkeiten, die wir erworben haben und die uns zu dem formen, was wir sind, behalten, in uns verwahren und weiter von ihnen Gebrauch machen.

Und als Kreative, als freischaffende Künstler unsere Werke weiter vollenden und den Menschen anbieten. Mögen sie sie annehmen oder nicht; es ist ihre freie Entscheidung.


Und so sage ich

den Malern und Skulpturisten:       

Nehmt Eure Werke in unsere Parks und Gärten mit! Sprecht über sie mit den Menschen, die stehenbleiben und sie bewusst ansehen!
 

den Musikern und Sängern:

Spielt und singt eure Stücke und Lieder auf den Straßen und Plätzen unserer Städte!


den Dramatikern und Filmregisseuren sowie den Tänzern, Darstellern und Schauspielern:

Geht mit euren Stücken ins Netz, vor allem aber auf die Freiluftbühnen und -arenen und zeigt sie dort!


Und den Schriftstellern und Dichtern:

Schreibt und vollendet weiter eure Werke! Stellt sie ins Netz und in die Bücherregale, denn dort werden sie bleiben!



18.06.2020 - Les Misérables oder der Valjean-Javert-Effekt
Natürlich ist Victor Hugos Epos mehr als das Musical, das sich notwendigerweise auf die Hauptfiguren und deren Schicksal konzentrieren muss. "Les Miserables" ist ein monumentales Sittengemälde aus der Zeit von 1815 bis zur Julirevolution von 1832. Es gibt kaum ein Thema, kaum eine Strömung des Zeitgeistes und der Moden, zu der Hugo nicht Stellung bezieht: Von der Rolle der Religion nach der Ära der Säkularisation über die Trends und Vergnügungen auf den Boulevards und den technischen Veränderungen auf den Straßen und Gassen von Paris bis hin zur Sprachbildung und -entwicklung in unterschiedlichen Milieus und zu einem Genrebild der Pariser Bohême, sprich, des Studenten- und Künstlervolks um 1832.


Les Misérables oder der Valjean-Javert-Effekt

Wenn aus Klassikern der Weltliteratur wie Oliver Twist von Charles Dickens oder Das Phantom der Oper von Gaston Leroux Musicals entstehen, erhebt sich meist zeitgleich mit der Uraufführung des Musicals ein Sturm der Empörung in der Welt der Literaten und Bibliophilen: Schmach und Schande! Wieder hat die eitle, glitzernde Welt des Showbusiness zugeschlagen und ein hochstehendes literarisches Werk banalisiert und trivialisiert!

Andererseits sorgen gerade solche Inszenierungen dafür, dass besagte Klassiker nicht in Vergessenheit geraten; ja, dass an ihnen in den Menschen aufs Neue lebhaftes Interesse erwacht.

Bei der Musical-Adaption von Victor Hugos Klassiker war dies nicht anders. Was mich angeht, kann ich zum Thema „Wiederbelebungseffekt“ nur sagen: Hätte ich nicht zuerst die Doppel-CD mit der Originalbesetzung aus der Royal Albert Hall gehört, wäre ich womöglich nie auf die Idee gekommen, mir die Romanvorlage in der englischen Übersetzung nach Hause zu holen.

Natürlich ist Victor Hugos Epos mehr als das Musical, das sich notwendigerweise auf die Hauptfiguren und deren Schicksal konzentrieren muss.

Les Misérables ist ein monumentales Sittengemälde aus der Zeit von 1815 bis zur Julirevolution von 1832. Es gibt kaum ein Thema, kaum eine Strömung des Zeitgeistes und der Moden, zu der Hugo nicht Stellung bezieht: Von der Rolle der Religion nach der Ära der Säkularisation über die Trends und Vergnügungen auf den Boulevards und den technischen Veränderungen auf den Straßen und Gassen von Paris bis hin zur Sprachbildung und -entwicklung in unterschiedlichen Milieus und zu einem Genrebild der Pariser Bohême, sprich, des Studenten- und Künstlervolks um 1832.

All dies kann weder ein Musical noch ein Film schildern und zeigen; hierfür ist eindeutig das geschriebene Wort da.

Aus solch einem Mammutwerk den Kern, den wesentlichen Gehalt zu destillieren und ihn so spannend, ja packend aufzubereiten, dass Victor Hugos Werk noch heute Zuschauer auf der ganzen Welt zu fesseln vermag, ist aus meiner Sicht das größte Verdienst von Alain Boubil als Textdichter und Claude-Michel Schönberg als Komponist; ebenso groß wie die Leistung, als Franzosen ein Musical auf die Bühne zu wuchten, das sich seit über fünfundzwanzig Jahren gegenüber der Dominanz von Tim Rice und Andrew Lloyd Webber zu behaupten vermag.

Dies ist umso erstaunlicher, als die Texte und Melodien der Arien und Rezitative in der englischen Übersetzung den Fluss und die Eigenheiten der französischen Sprache beibehalten: jenes flache, rasche Dahineilen der Stimme ohne große Hebungen und Senkungen, die Dominanz der Konsonanten gegenüber den Vokalen, die Eigenart, Sätze und Worte, die ohnehin schon kurz genug sind, noch mehr zu verkürzen, woraus sich ein hartes, geradezu metallisches Stakkato ergibt.

Am deutlichsten hört man dies in der Massenszene „At the End of the Day“ oder in Jean Valjeans Konflikt-Monologen, und genau diesem Faktor verdankt das Musical Les Misérables wohl seinen dauerhaften Erfolg: die gelungene Übertragung der treibenden, vorwärtsdrängenden Kraft der französischen Sprache ins Englische.

Der zweite Faktor ist der Reichtum an ehrlichem, tief empfundenem Gefühl, das mit seichter Sentimentalität oder Banalität nichts zu tun hat, sondern sich aus der Tiefe empor ans Licht kämpft.

Wenn Jean Valjean, nachdem er auf frischer Tat beim Diebstahl ertappt wird und vom Bischof von Digne statt einer Strafe eine reelle Chance bekommt, sich zu bewähren, zu seinem ersten großen Monolog „What Have I Done?“ ansetzt, dann spricht aus ihm genau das, was er in diesem Moment ist: ein hungriges, waidwund geschundenes Tier, eine Bestie in Menschengestalt; und dann der Wandel, den das Handeln und die Worte des Bischofs von Digne in ihm auslösen.

Wenn Fantine, ihres Haars und zweier Zähne beraubt und ohne einen Sou in der Tasche und ein Dach über dem Kopf, sich erstmals einem Mann für Geld zur Bedienung anbietet, hört und spürt man am Ende von „Lovely Ladies“ ihren Abscheu und Hass gegen diesen Mann, gegen dieses Leben und gegen sich selbst.

Und wenn Eponine, die Tochter des Gangster-Ehepaares Thénardier, mager und in Lumpen gekleidet durch das nächtliche Paris irrt, um für jemanden, der sie keine Sekunde lang und nicht einmal mit einem Funken liebt, eine wichtige Warnung auszurichten, dann spürt und begreift man in „On My Own“, dass allein das Wesen des Mannes, den sie liebt, ihr reicht, um ihr einsames, erbärmliches Leben mit Glanz und Licht zu erfüllen.

Was Les Misérables aus dem Schmutz der Gosse erhebt und diesem Stück seinen tiefen, edlen Glanz verleiht, ist die Weigerung der Mutigen, Tapferen, die niemand sieht und beachtet, das ihnen zugedachte Schicksal klaglos hinzunehmen, ihr Kampf, sich aus Schlamm und Schmutz zu erheben, in den die Welt sie ständig stoßen will, und der Freiheit und dem Licht entgegen zu streben.

Denn wenn es ein großes Unrecht, eine himmelschreiende Gemeinheit auf Erden gibt, dann sind es die Häme und Selbstgerechtigkeit, mit der die sogenannte gutbürgerliche Gesellschaft jene verurteilt, straft und bis an ihr Lebensende verfolgt, die sich ein Vergehen zuschulden haben kommen lassen, dessen Bestrafung in keinem Verhältnis zu dem steht, was sie getan haben.

Wer einmal gestrauchelt und gefallen ist, kann sich noch so sehr bemühen, aus dem Sumpf herauszukommen und etwas Besseres zu erreichen als das, was er hatte: Irgendeinen oder irgendetwas gibt es immer, das ihn in den Dreck zurückstoßen und -treten will.

Genauso ergeht es Jean Valjean ein Leben lang mit Inspektor Javert: Er kann mit seinem Startkapital aus eigener Kraft zum erfolgreichen Unternehmer, ja sogar zum Bürgermeister aufsteigen – Inspektor Javert ist und bleibt auf seiner Spur, lauert Tag für Tag, Jahr für Jahr darauf, dass seine Beute einen Fehler macht und fällt, um sie dorthin zu schicken, wohin sie seiner Meinung nach gehört. Genau dorthin zurück, wohin Valjean nie wieder möchte: zurück in die alte Schuld, in sein altes Vergehen.

Nichts als die melodramatische Erfindung eines Romanciers oder Dramatikers? Kalter Kaffee aus Urgroßvaters Zeiten? Keineswegs! Auch in unserer Zeit funktioniert der Valjean-Javert-Effekt noch einwandfrei.

Man erinnere sich an den denkwürdigen Opernabend an der Mailänder Scala, als Maria Callas wegen einer Erkältung ihre Stimme verlor und die Aufführung platzen ließ. Genau dieses eine menschliche Versagen haben ihr Reporter weltweit immer wieder vorgehalten, und das über Jahrzehnte hinweg, bis ans Ende ihres Lebens.

Oder man denke an den Satz, den Fürstin Gloria von Thurn und Taxis einmal vom Stapel ließ: „Die Afrikaner schnackseln halt gerne.“ Genau mit diesem Satz wird sie seit Jahrzehnten von der Presse und von ihren Gegnern ins rechte Lager gedrängt und in die Nähe des Rassismus gebracht, wohin sie weder gehört noch was je in ihrer Absicht lag; es war eine bloße Gedankenlosigkeit von ihr, die seither immer wieder gegen sie verwendet wird.

Und nicht zuletzt Angela Merkels Satz „Wir schaffen das“ aus dem Jahr 2015, den das gesamte rechte Spektrum als Feindparole missbraucht, an dem es sich seither aufgeilt und den es bei jeder passenden und unpassenden Gelegenheit ans Licht zerrt.

Wenn es eine Eigenschaft der menschlichen Natur gibt, die mir mehr Entsetzen, ja Grauen einflößt als alle anderen, dann ist es das höhnische, hämische Lauern auf eine Schwäche, ein Fehlverhalten eines Anderen, um ihn zu Fall zu bringen und eine Waffe zu haben, mit der man nach Belieben auf seinen Gegner einprügeln kann.

Doch was ist die geeignete Waffe dagegen? Jegliche Schwäche, jeglichen Makel in sich auszumärzen? Oder sich hinter einer aalglatten, eiskalten Fassade zu verstecken? Danach strebt, das versucht gerade unser Zeitgeist mit aller Macht, und die Hetze der Medien trägt mit Eifer dazu bei, diese Tendenz zu verstärken.

Andererseits: Was sind wir, wenn wir jederzeit perfekt und tadellos sind, wenn wir nur noch als geleckte, glatt gebügelte, tadel- und reibungslos funktionierende Maschinen herumlaufen?

Weiter nichts als grausame, seelenlose Ungeheuer, vor denen andere nur entsetzt fliehen können, weil sie damit rechnen müssen, von ihnen gnadenlos niedergemacht zu werden!

So entsteht eine Atmosphäre der zunehmenden Angst und Lähmung. So entsteht Unterdrückung. Bis die Schwachen, Unterlegenen sich mit der letzten, oft einzigen Waffe wehren, die ihnen bleibt: mit Hass und Gewalt, mit der sie zeitgleich mit ihrem Feind auch sich selbst zerstören und vernichten…

So betrachtet, ist Les Misérables eine zeitlos gültige Warnung und Mahnung: Seht hinab! Seht hinab in den Abgrund, zu den Verstoßenen und Verachteten! Lasst ihnen gegenüber Gnade vor Recht ergehen und helft ihnen, sich selbst zu helfen, oder sie werden sich eines Tages erheben und gegen euch wenden!

 



24.04.2020 - Truman Capote, who was not In Cold Blood at all
Referring to In Cold Blood, news speakers said that the title bore reference to the ice-cold way devoid of any sympathy in which the members of this family were killed; to the mechanisms of justice in the U.S. and their progress towards the sentence of Death and execution; and, last but not least, to the way Truman Capote gained the trust of both assassins during their arrest, wrote about them, and seemed to accept their execution without being moved in any way in order to finish his novel as he had planned it. I did not know and learn more about him then, when I was just fourteen years of age. As the name „Capote“ sounded to me like „Al Capone“, and as he obviously had been on regular terms with people committing capital crimes, I thought that he was some sort of Mafia boss who occasionally wrote novels, just like: „I make him an offer he can’t refuse.“ I did not want to have any relation to any writer of such a kind; neither did I want to read anything he wrote. And that was the long and the short of it.


Truman Capote, who was not In Cold Blood at all

It was in 1984 I first heard the name of Truman Capote mentioned when the news of his Death were spread around the world. In their epitaphs, news speakers mentioned In Cold Blood, his factitious novel which was awarded with the Pulitzer price. It deals with the brutal robbery and murder committed by two petty gangsters who wiped out a family in the South just for about US$ 300 in cash, and the period from their arrest to their execution on the electric chair.

Referring to In Cold Blood, news speakers said that the title bore reference to the ice-cold way devoid of any sympathy in which the members of this family were killed; to the mechanisms of justice in the U.S. and their progress towards the sentence of Death and execution; and, last but not least, to the way Truman Capote gained the trust of both assassins during their arrest, wrote about them, and seemed to accept their execution without being moved in any way in order to finish his novel as he had planned it.

I did not know and learn more about him then, when I was just fourteen years of age. As the name „Capote“ sounded to me like „Al Capone“, and as he obviously had been on regular terms with people committing capital crimes, I thought that he was some sort of Mafia boss who occasionally wrote novels, just like: „I make him an offer he can’t refuse.“

I did not want to have any relation to any writer of such a kind; neither did I want to read anything he wrote. And that was the long and the short of it.

Till Christmas day three years ago, when a lady, who once lived next to me in our house at Gauting, gave me Breakfast at Tiffany’s as a present. In Germany, this novel has nearly sunk into oblivion nowadays; but many people still know the famous movie with Audrey Hepburn as Holly Golightly, which made her an icon of the 1960s.

Breakfast at Tiffany‘s starts with the sentence: „I am one who is drawn back to places he once lived in.“ The narrator enters a bar he regularly visited when he lived there in order to say a couple of words to George the bar keeper, who is a good friend of his.

While they are talking, they somehow come back to Holly Golightly, a party girl in New York who was regularly visited by high society people of repute, and whose big ambition was to marry a multi millionaire one day. Till that day when she needed to get out of New York at God’s speed, and took the next plane that left for Brazil, continuing her search for her multi millionaire there.

Nothing has been heard or seen from her for years until a proof of her being still alive suddenly creeps up somewhere in the West of Africa: in the shape of a little figure bearing her features, which an African, who obviously is still in love with her, has carved from wood to keep a reminder of her.
It seems that she has moved on again as she has done so often before…

Both George and the narrator still remember Holly Golightly well, too. Both of them loved her, each of them in his own way, and never forgot her. There is a certain sort of people, and they do not even need to be rich and famous. There is something special about them in their radiance, in their ways, in their nature that attracts you to them, that makes you never forget them. But they don’t stay with you, or you don’t stay with them – you just cannot hold them.

For me, such a person was a teacher of history we had in the seventh grade. She looked plain and unassuming and was dressed plainly and unassumingly; but she was able to tell us of the ancient Egyptians, the ancient Greek, the ancient Romans with such an abundance of imagination and vivacity that, with her in class, history was never dull but a thrilling, captivating adventure – the adventure of Mankind.

And such a person was a lecturer we had in „Translations of arts-related Subjects from German into English“ at the Institute for Languages and Foreign Studies at Erlangen. There was a liveliness and a joy of living in this woman which I have rarely seen in anybody else, as well as she never grew tired in her enthusiasm for the culture of Great Britain and Ireland, and their great personalities in arts and literature.

No matter how you look at it: By the time I arrived at the end of Breakfast at Tiffany‘s, I told myself that someone who is able to paint portraits of people so warmly and with so much life and truth can never be a gangster or even a Mafia boss, let alone a cold-blooded man with neither a conscience nor any sympathy in him.

It happened that, just at the time when my neighbor gave me this novel for a present, the small but independent publishing house Kein und Aber Verlag relaunched Truman Capote’s entire literary catalogue, including novels and short stories which had not been known before... I got hooked and had to follow the traces he had left in me.

During the weeks and months that followed, I gradually got myself:

„The Grass Harp“, a gentle, wistful tale of flourishing and failing life dreams; the novel „Other Voices, Other Rooms“ straight from the swamps of Alabama – and straight from a fever swamp in which the eleven-year-old half-orphan, his aunt, his cousin and the mental and physical wreck that is his father seem to sink, and drown; „The Tree of Night“, a collection of short stories and narratives relating to human beings and the fate that befalls them; and, last but not least, „The Dogs Bark“ – a summary of his portraits and interviews of celebrities of the 1950s and 1960s which were issued in „Esquire“, „Harper’s Bazaar“, and „The New Yorker“.

From what I read, it were not only all those people he met in the course of his life and his journeys who emerged before my mental eye, but also Truman Capote himself:

The little boy whom his mother left without any words in order to move to New York and become famous and who, one day, quitted her life with an overdose of Veronal. His father who, after his wife had left him, did not know what to do with his son, and handed him over to the care of his two unmarried sisters.

Later, his mother and his father alternately raised claims for him again; but hardly did he arrive at their place when they neglected and slighted him again, taking care of their own interests and the social spheres they lived in.

The little boy who was left alone for a long time and quite often and, in order to have some occupation and company, took books from the shelf, one by one, devouring them, first at his aunts‘ home in Alabama, then at his mother’s in New York, till he started to write on his own and only knew one goal for his life: to become an author. As he started reading and writing at an early stage in his life, his precocious frame of mind developed into what people call „a little professor“.

And the little boy who barely survived the bite of a mocassin snake and a perforated appendix and, since then, knows what the fear of Death is, and what it means to fight against it.

If being a child means living without any care or worry, not knowing any sorrow, feeling well-kept and comforted, then Truman Capote never was a child; rather, an adult in the frame of a child.

And this is how he must have appeared in the spheres of New York he was into: a small, a bit stout man with fair hair and round eye glasses who talked with a high voice that sounded child-like, and wore scarfs, caps, hats and rings as accessories.

In short: an oddball, a strange kind of fellow. Other people will not take such a guy seriously, he is out of their games. At the same time, however, they will open up and tell him things they would not even confide to their relatives.

And Truman Capote had one quality which made him a sort of human whisperer: He talked to all people he met on their level. He never placed himself above a person, but adjusted his view to whom he was talking to. And he listened to every woman and every man, and left them in their nature and ways just as they were.

He once said that, as he was accustomed to observing people so closely and his memory was brilliant, he knew exactly how to get people on his side so that they gave him what he wanted. And he also said that everything he wrote was conceived, planned and elaborated in technique and style.

But as far as his inner self was concerned, he was neither a analyst scrutinizing the nature of Man under a microscope without feeling nor pity, nor a cold, technical virtuoso of language.

Otherwise, he could never have written about Elizabeth Taylor and Marilyn Monroe the way he did: Not like a journalist who hoists up a star or tears her down, depending on the current fashion or trend in society. More like a friend who makes a close friend of his appear as she really was.

Otherwise, he could never have portrayed his aunt Sook Faulk who, during all her life, never got beyond the mental stage of a twelve-year-old child, as such a wise woman with such a gentle, kind heart as he did in Thanksgiving Day, and in his Christmas memories.

And otherwise, his factitious novel In Cold Blood would not have drained all his faculties, and broken the spine of his mind and soul so that, after this novel, he was able to write yet, but no longer able to create another great, outstanding piece of his art.

He spent the last couple of years within the care of a good friend he had in New York until he died at the age of sixty years, almost left completely lonely, and with his physical and mental health ruined. However, two days before he died, he finished his last commemoration „Memories of Willa Cather“, an author from the South like him. In this respect, he remained faithful to himself; he remained an author to the end…